Der mutmaßliche Täter des Anschlags nahe der Berliner Pride-Veranstaltung ist am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. Bei der Attacke im Tiergarten waren am Samstag mindestens ein Mensch getötet und 29 weitere verletzt worden.
Nach Angaben der Behörden fuhr der Angreifer zunächst mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge und attackierte anschließend mehrere Personen mit einer mutmaßlichen Machete. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bezeichnete die Tat als islamistischen Terroranschlag.
Die Polizei identifizierte den Verdächtigen als einen 21 Jahre alten deutschen Staatsbürger mit libanesischem Familienhintergrund. Er soll den Sicherheitsbehörden bereits aus islamistischen Kreisen bekannt gewesen sein. Nach Medienberichten hatte er 2025 versucht, über den Libanon nach Syrien zu gelangen, um sich der Terrormiliz „Islamischer Staat“ anzuschließen.
Im Libanon wurde er demnach festgenommen und zu einer mehrmonatigen Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland erhielt er von einem Berliner Jugendgericht eine Bewährungsstrafe wegen der Vorbereitung einer schweren Gewalttat und der Verbreitung von IS-Propaganda. Das Urteil war offenbar noch nicht rechtskräftig.
Die Fahndung endete am Sonntag gegen 18 Uhr in einer Kleingartenanlage im Bezirk Spandau. Als Spezialkräfte den Mann dort entdeckten, soll er mit einer Stichwaffe auf die Beamten zugelaufen sein. Mitglieder des Spezialeinsatzkommandos eröffneten daraufhin das Feuer. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
Der Angriff hatte am Samstag kurz vor 22 Uhr im Tiergarten begonnen, unweit der Strecke des Christopher Street Day, aber außerhalb des offiziellen Veranstaltungsgeländes. Das Fahrzeug des Täters wurde später verlassen an einem Baum gefunden.
Zeugen berichteten, dass die Schreie der Opfer wegen der lauten Musik und der ausgelassenen Stimmung zunächst kaum einzuordnen gewesen seien. Erst als schwer bewaffnete Polizisten den Park räumten, sei das Ausmaß des Geschehens deutlich geworden.
Nach Angaben der Polizei befand sich am Sonntag keines der verletzten Opfer mehr in Lebensgefahr. Für Menschen, die Angehörige oder Freunde nicht erreichen konnten, richtete die Stadt eine Krisenhotline ein.
Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte den Anschlag als abscheuliche Tat und Angriff auf die deutsche Gesellschaft. Deutschland werde seine Freiheit verteidigen und die Tat mit aller Härte verfolgen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner erklärte, nach einem friedlichen und lebendigen Christopher Street Day sei die freiheitliche Stadt Berlin auf brutalste Weise angegriffen worden.
Der Berliner Christopher Street Day gehört zu den größten Pride-Veranstaltungen Europas und zieht regelmäßig Hunderttausende Menschen an. Mehr als 2.200 Polizisten waren am Wochenende zum Schutz der Parade und weiterer LGBTQ-Veranstaltungen im Einsatz.


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