Tadej Pogacar hat die Tour de France zum fünften Mal gewonnen und damit einen historischen Rekord eingestellt. Der 27 Jahre alte Slowene vom UAE Team Emirates-XRG erreichte das Ziel der letzten Etappe auf den Pariser Champs-Élysées im Hauptfeld und zog mit Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain gleich.
Für Pogacar war es bereits der dritte Tour-Sieg in Folge. Insgesamt stand er bei sieben Teilnahmen siebenmal auf dem Podium. Mit nun 127 Erfolgen in acht Jahren als Profi gehört er längst zu den erfolgreichsten Radsportlern der Geschichte. Einige Beobachter sehen ihn inzwischen sogar vor dem belgischen Rekordchampion Eddy Merckx.
Pogacar prägte die Rundfahrt mit fünf Etappensiegen. Besonders eindrucksvoll war sein Rekordaufstieg nach Alpe d’Huez auf der 19. Etappe. Seine explosive Beschleunigung und sein gleichmäßiges Tempo ließen der Konkurrenz über weite Strecken kaum Chancen.
Der letzte Tageserfolg ging jedoch an Mathieu van der Poel. Der Niederländer setzte sich nach einem spektakulären Finale knapp vor seinem Teamkollegen Jasper Philipsen durch. Elf Kilometer vor dem Ziel hatte sich Van der Poel gemeinsam mit Pogacar abgesetzt. Beide jagten durch die engen Straßen von Montmartre und am Sacré-Cœur vorbei, ehe Pogacar nach drei dominanten Wochen zurückfiel.
Van der Poel rettete einen hauchdünnen Vorsprung vor dem heranstürmenden Verfolgerfeld ins Ziel. Unmittelbar danach stieg er völlig erschöpft vom Rad und blieb mehrere Minuten unter einer Absperrung liegen. Die Etappe war wegen der schweren Waldbrände im Südwesten Frankreichs von ursprünglich 133 auf 89 Kilometer verkürzt worden.
In der Gesamtwertung gewann Pogacar mit 6:26 Minuten Vorsprung vor Remco Evenepoel. Dritter wurde sein mexikanischer Teamkollege Isaac del Toro, der 9:42 Minuten zurücklag und zugleich das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers holte.
Pogacars früherer Hauptrivale Jonas Vingegaard musste die Tour nach einem Sturz auf der 15. Etappe aufgeben. Der Däne brach sich dabei das Schlüsselbein. Pogacar bedauerte dessen Ausfall und äußerte die Hoffnung, im kommenden Jahr wieder gegen ihn antreten zu können.
Das Bergtrikot ging an Richard Carapaz aus Ecuador, der unter anderem die 18. und 20. Etappe gewann. Mads Pedersen aus Dänemark sicherte sich dank seiner konstanten Leistungen das Grüne Trikot der Punktewertung.
Für Pogacar bleibt nach diesem Triumph kaum noch ein großes Ziel offen. Er hat neben der Tour de France bereits den Giro d’Italia, die Straßen-Weltmeisterschaft sowie Klassiker wie die Flandern-Rundfahrt, Mailand–Sanremo, Lüttich–Bastogne–Lüttich und die Lombardei-Rundfahrt gewonnen. Seine fünfte Tour bezeichnete er selbst als etwas, das man kaum in ein Märchenbuch schreiben würde.


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