Kennedy-Name zieht nicht mehr: Jack Schlossberg erlebt Bruchlandung bei New Yorker Vorwahl

Kennedy-Name zieht nicht mehr: Jack Schlossberg erlebt Bruchlandung bei New Yorker Vorwahl

Veröffentlicht

Mittwoch, 24.06.2026
von Red. TB

Früher reichte ein berühmter Nachname – heute braucht man offenbar auch einen Lebenslauf

Lange galt in der Demokratischen Partei eine einfache Regel:

Wenn auf dem Stimmzettel „Kennedy“ steht, kann man schon mal die Siegesrede vorbereiten.

Diese Regel wurde in New York nun unsanft beerdigt.

Jack Schlossberg, Enkel von Präsident John F. Kennedy und Hoffnungsträger des berühmtesten politischen Familienunternehmens der USA, steuert bei den demokratischen Vorwahlen auf eine deutliche Niederlage zu.

Der Name war bekannt – der Kandidat weniger

Mit seinem Kennedy-Lächeln, Elite-Abschlüssen von Yale und Harvard sowie einer beeindruckenden Familiengeschichte brachte Schlossberg eigentlich alle Voraussetzungen mit, um amerikanische Politik so zu betreten, wie andere Menschen einen Familienbetrieb übernehmen.

Nur gab es ein Problem:

Die Wähler wollten offenbar wissen, was er selbst kann.

Und genau dort wurde die Luft dünner als bei einer Wahlkampfrede in den Rocky Mountains.

Kennedy-Bonus trifft auf Realität

Während frühere Kennedys praktisch vom Familiennamen ins Parlament getragen wurden, mussten die Wähler diesmal feststellen, dass Jack Schlossberg vor allem für Social-Media-Auftritte, ungewöhnliche Videos und gelegentliche Internet-Diskussionen bekannt geworden war.

Zu seinen größten politischen Erfolgen gehörte bislang, öffentlich mit seinem Onkel Robert F. Kennedy Jr. zu streiten.

Ob das bereits als Regierungserfahrung zählt, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Die Konkurrenz hatte einen unfairen Vorteil

Seine Gegner machten einen folgenschweren Fehler:

Sie hatten politische Erfahrung.

Während Schlossberg vor allem seinen berühmten Stammbaum präsentierte, konnten seine Konkurrenten auf jahrelange Arbeit im Parlament, konkrete politische Projekte und bekannte Unterstützer verweisen.

Eine geradezu rücksichtslose Strategie.

Die Wähler entdecken das 21. Jahrhundert

Besonders bemerkenswert ist das Signal, das von dieser Wahl ausgeht.

Offenbar wählen viele Demokraten inzwischen nicht mehr automatisch den bekanntesten Nachnamen.

Politikwissenschaftler sprechen von einem Generationenwechsel.

Zyniker sprechen von der Erkenntnis, dass auch Kennedys Bewerbungsgespräche führen müssen.

Selbst die Parteiprominenz half nicht

Schlossberg erhielt Unterstützung von bekannten Politikern, Künstlern und prominenten Demokraten.

Doch selbst eine Mischung aus Parteigrößen, Hollywood-Glamour und Familiengeschichte reichte am Ende nicht aus.

Die Wähler entschieden sich lieber für Kandidaten, die bereits politische Arbeit vorweisen konnten.

Eine Entwicklung, die in manchen politischen Dynastien vermutlich als höchst beunruhigend eingestuft wird.

Das Ende einer amerikanischen Gewissheit

Natürlich wird der Name Kennedy auch künftig Aufmerksamkeit erzeugen.

Aber die Zeiten, in denen allein der Nachname einen sicheren Wahlsieg garantierte, scheinen vorbei zu sein.

Die vielleicht wichtigste Lehre dieses Wahlabends lautet daher:

Amerika liebt seine politischen Legenden.

Aber selbst Legenden müssen inzwischen einen Lebenslauf mitbringen.

Und manchmal stellt sich heraus, dass ein berühmter Großvater zwar viele Türen öffnen kann – die Wähler aber trotzdem nachfragen, was man eigentlich selbst gemacht hat.

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JillWellington (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 24.06.2026

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