Selbst Bäume haben irgendwann genug
Nach rund 1.200 Jahren Dauerbetrieb hat die berühmte Major Oak im Sherwood Forest beschlossen, den Dienst einzustellen.
Der wohl bekannteste Baum Englands, der laut Legende einst Robin Hood und seinen Männern als Versteck diente, hat in diesem Jahr keine Blätter mehr ausgetrieben und wurde offiziell für tot erklärt.
Damit endet eine Karriere, die deutlich länger dauerte als das Römische Reich, die Deutsche Bahn in ihrer heutigen Form und sämtliche Wahlversprechen der letzten Jahrzehnte zusammen.
Robin Hood sucht neue Immobilie
Für Fans der Robin-Hood-Legende ist die Nachricht ein Schock.
Generationen von Besuchern pilgerten zur Major Oak, um den Baum zu bestaunen, in dessen Stamm sich Robin Hood angeblich vor dem Sheriff von Nottingham versteckt haben soll.
Immobilienexperten gehen davon aus, dass Robin Hood bei den heutigen Mietpreisen vermutlich immer noch dort wohnen würde.
Die Natur sagt: Feierabend
Naturschützer nennen verschiedene Gründe für das Ende der Eiche:
- Hitze
- Trockenheit
- schlechte Bodenbedingungen
- geschwächte Wurzeln
- menschliche Eingriffe
Kurz gesagt: Die Major Oak hatte in den vergangenen Jahren ungefähr so viele Probleme wie ein durchschnittlicher europäischer Haushalt.
Zwölf Jahrhunderte voller Geschichten
Als die Eiche zu wachsen begann, ritten Menschen noch auf Pferden, das Internet war nicht erfunden und niemand diskutierte auf Social Media über Baumrechte.
Die Major Oak erlebte:
- Wikinger
- Könige
- Ritter
- Weltkriege
- die Erfindung des Fernsehens
- die Einführung von Streamingdiensten
Und am Ende sogar Influencer mit Selfie-Sticks.
Für viele Bäume wäre Letzteres vermutlich bereits Grund genug gewesen aufzugeben.
Ein Baum größer als manche Wohnungen
Die Zahlen der Eiche waren beeindruckend:
- rund 11 Meter Stammumfang
- etwa 16 Meter Höhe
- über 1.200 Jahre alt
In London hätte man den Stamm vermutlich bereits in Eigentumswohnungen aufgeteilt.
Die Konkurrenz lebt noch
Während die Major Oak nun Geschichte ist, leben andere Baum-Methusalems weiter.
Darunter der fast 5.000 Jahre alte Methusalem-Baum in Kalifornien.
Dieser dürfte die aktuelle Nachricht vermutlich mit der Gelassenheit eines Rentners kommentieren, der gerade erfahren hat, dass ein 80-Jähriger in Pension geht.
Tot, aber weiterhin beschäftigt
Ganz verschwinden wird die Major Oak allerdings nicht.
Auch als abgestorbener Baum bietet sie weiterhin Lebensraum für zahlreiche Tiere, Insekten und Pilze.
Man könnte sagen: Selbst im Ruhestand arbeitet die Eiche noch mehr als manche Manager nach ihrer Abschiedsrede.
Das Vermächtnis bleibt
Die Major Oak war nie der größte Baum der Welt.
Nicht der älteste.
Nicht der höchste.
Aber vermutlich einer der berühmtesten.
Und während Millionen Menschen um den legendären Baum trauern, dürfte irgendwo im Sherwood Forest ein Eichhörnchen auf einem Ast sitzen und sich denken:
„1.200 Jahre? Respekt. Das schafft nicht mal die britische Regierung.“


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