Sommer beschließt offenbar, alle Regler abzubrechen
Wer gehofft hatte, die aktuelle Hitzewelle würde sich langsam verabschieden, kann die Ventilatoren wieder auf Höchststufe stellen.
Meteorologen melden, dass der eigentliche Höhepunkt der Hitze noch gar nicht erreicht ist. Die vergangenen Tage waren demnach lediglich das Aufwärmprogramm. Das Hauptkonzert folgt erst am Wochenende.
Während normale Menschen bei 30 Grad bereits von Sahara-Verhältnissen sprechen, scheint das Wetter derzeit die Einstellung zu verfolgen: „Da geht noch was.“
Wien sammelt Wüstentage wie andere Briefmarken
Besonders betroffen ist Wien.
Dort wurde bereits der Rekord für sogenannte Wüstentage eingestellt. Als Wüstentag gilt ein Tag mit mindestens 35 Grad Höchsttemperatur. Für die kommenden Tage sind weitere Exemplare angekündigt.
Die Bundeshauptstadt entwickelt sich damit langsam von einer Donaumetropole zu einer Außenstelle Nordafrikas.
Stadtbewohner berichten inzwischen von alltäglichen Phänomenen wie geschmolzenen Eiscremes innerhalb von zwölf Sekunden und Gehsteigen, die aussehen, als würden sie über ihre Lebensentscheidungen nachdenken.
Schuld ist das Omega
Meteorologen sprechen von einer sogenannten Omega-Wetterlage.
Das klingt zunächst wie ein Bösewicht aus einem Science-Fiction-Film, beschreibt aber eine besonders hartnäckige Wetterkonstellation.
Dabei bilden Hoch- und Tiefdruckgebiete auf der Wetterkarte die Form des griechischen Buchstabens Omega. Die Folge: Das Wetter bewegt sich ungefähr so schnell wie ein deutscher Behördentermin.
Experten warnen, dass diese Lage über Wochen stabil bleiben kann. Übersetzt bedeutet das: Der Himmel hat Urlaub eingereicht und bleibt einfach liegen.
Tropennächte für alle
Besonders erfreulich für Menschen mit Schlafproblemen: Die Nächte bleiben vielerorts tropisch.
Die Temperaturen fallen oft nicht mehr unter 20 Grad. In dicht bebauten Stadtgebieten bleibt es selbst mitten in der Nacht so warm, dass man sich fragt, ob die Sonne vielleicht vergessen hat unterzugehen.
Klimaanlagen feiern Rekordumsätze, während Bettdecken in vielen Haushalten offiziell zu Winterartikeln erklärt wurden.
Wochenende könnte historische Werte bringen
Während die Temperaturen unter der Woche noch bei vergleichsweise „angenehmen“ 34 Grad liegen, könnte das Wochenende deutlich spektakulärer werden.
Einige Wettermodelle sehen Werte bis nahe an die 40-Grad-Marke.
Andere Modelle bleiben etwas zurückhaltender und sprechen lediglich von Temperaturen, bei denen Eier auf Motorhauben als Frühstücksoption gelten.
Meteorologen sprechen von Unsicherheiten in den Prognosen.
Die Bevölkerung spricht von „viel zu heiß“.
El Niño hat diesmal ein Alibi
In den vergangenen Wochen wurde häufig über das Wetterphänomen El Niño diskutiert.
Viele hätten den Klimaschuldigen gerne direkt gefunden, doch diesmal hat El Niño ein wasserdichtes Alibi.
Das Phänomen befindet sich erst im Aufbau und kann für die aktuelle Hitzewelle noch nicht verantwortlich gemacht werden.
Mit anderen Worten: Diese Sauna hat Europa ganz allein organisiert.
Hoffnung auf Erlösung
Immerhin gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer.
Frühestens in der kommenden Woche könnte etwas Bewegung in die Wetterlage kommen. Ob daraus tatsächlich eine nachhaltige Abkühlung entsteht, ist derzeit allerdings noch offen.
Bis dahin gilt für die Bevölkerung:
Viel trinken, Schatten suchen, körperliche Anstrengungen vermeiden und keine Diskussionen darüber führen, ob 39 Grad „doch eigentlich ganz angenehm“ seien.
Denn bei diesen Temperaturen wird selbst der gesündeste Menschenverstand irgendwann weichgekocht.


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