Trump meldet Durchbruch Nummer 47
US-Präsident Donald Trump hat erneut verkündet, dass die Verhandlungen mit dem Iran hervorragend laufen und Teheran weitreichenden Zugeständnissen zugestimmt habe.
Der Iran reagierte darauf wie gewohnt mit einem höflichen, aber bestimmten:
„Äh … nein.“
Politische Beobachter sprechen inzwischen von einer außergewöhnlichen Verhandlungssituation, bei der beide Seiten regelmäßig Pressekonferenzen geben, ohne sich vorher miteinander abzusprechen.
Atominspektionen: Laut Trump beschlossen, laut Iran nicht einmal besprochen
Besonders kreativ entwickelt sich die Diskussion um Atomkontrollen.
Trump erklärte, der Iran habe unbegrenzten Atominspektionen „für die Ewigkeit“ zugestimmt.
Der Iran erklärte kurz darauf, man habe überhaupt keinen solchen Beschluss gefasst.
Damit steht die Welt vor einer faszinierenden diplomatischen Situation:
Washington feiert bereits die Einigung, während Teheran noch prüft, ob überhaupt ein Termin für die Besprechung vereinbart wurde.
Die Milliardenfrage
Auch beim Geld herrscht bemerkenswerte Einigkeit darüber, dass keine Einigkeit herrscht.
Die US-Regierung erklärte, eingefrorene iranische Milliarden würden künftig unter amerikanischer Kontrolle stehen und vor allem für US-Agrarprodukte verwendet werden.
Amerikanische Farmer sollen profitieren, iranische Bürger sollen profitieren und die Regierung in Washington soll ebenfalls zufrieden sein.
Der Iran wiederum teilte mit, dass iranisches Geld weiterhin iranisches Geld sei und man selbst entscheide, wofür es ausgegeben werde.
Diplomaten vergleichen die Situation inzwischen mit einem Lottogewinner, dessen Nachbarn bereits Pläne für die Verwendung des Gewinns gemacht haben.
Die Straße von Hormus und das große Maut-Rätsel
Besonders unterhaltsam wird es bei der Straße von Hormus.
Trump verkündete mehrfach, die Passage werde dauerhaft gebührenfrei bleiben.
Der Iran arbeitet gleichzeitig an Modellen für mögliche Gebühren.
Das erinnert ein wenig an zwei Restaurantgäste, bei denen der eine bereits erklärt hat, die Rechnung sei bezahlt, während der andere noch die Speisekarte studiert.
Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen
Normalerweise wäre die Frage einfach, wem man glauben soll.
Das Problem besteht darin, dass auf der einen Seite die iranische Führung steht und auf der anderen Donald Trump.
Das ist ungefähr so, als müsste man entscheiden, welcher Wetterbericht zuverlässiger ist: der eines Wahrsagers oder der eines Influencers mit Kristallkugel.
Geheime Vereinbarungen, die niemand gesehen hat
Die US-Regierung erklärt inzwischen, viele wichtige Absprachen seien bewusst nicht öffentlich gemacht worden.
Es gebe angeblich vertrauliche Vereinbarungen, geheime Zusagen und diplomatische Handschläge hinter verschlossenen Türen.
Kritiker fragen allerdings, warum diese sensationellen Zugeständnisse nirgends im offiziellen Abkommen auftauchen.
Die Antwort lautet sinngemäß:
„Vertrauen Sie uns einfach.“
Ein Satz, der in der Politik traditionell ungefähr dieselbe Wirkung hat wie „Das wird ganz bestimmt nicht teurer“.
Ein historischer Erfolg – vielleicht
Aktuell sieht die Lage so aus:
Trump sagt, der Iran habe zugestimmt.
Der Iran sagt, der Iran habe nicht zugestimmt.
Trump sagt, die Gebühren sind abgeschafft.
Der Iran sagt, darüber reden wir noch.
Trump sagt, die Milliarden werden kontrolliert.
Der Iran sagt, sicher nicht.
Kurz gesagt: Die Friedensgespräche laufen hervorragend. Jetzt müssen die Beteiligten nur noch herausfinden, ob sie tatsächlich über denselben Vertrag sprechen.
Bis dahin bleibt die wichtigste Erkenntnis der internationalen Diplomatie des Jahres:
Es ist möglich, gleichzeitig eine Einigung zu feiern und sie zu bestreiten.


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