Friedensmission auf Stand-by: JD Vance wartet auf den Abflug, der Iran auf bessere Zeiten

Friedensmission auf Stand-by: JD Vance wartet auf den Abflug, der Iran auf bessere Zeiten

Veröffentlicht

Freitag, 19.06.2026
von Red. TB

Eigentlich sollte alles ganz einfach werden. US-Vizepräsident JD Vance wollte in die Schweiz fliegen, dort Vertreter des Iran treffen und die nächste Etappe des frisch unterschriebenen Friedensabkommens begleiten.

Dann kam die Realität dazwischen.

Der Flieger stand bereit, die Koffer vermutlich gepackt, die Diplomaten geschniegelt – nur die Verhandlungen selbst waren offenbar noch nicht ganz fertig organisiert. Also blieb Vance erst einmal in Washington.

Das Weiße Haus erklärte trocken, derzeit sei keine Abreise vorgesehen. Übersetzt bedeutet das ungefähr: Der Pilot sitzt im Cockpit, aber niemand weiß, ob überhaupt ein Ziel angeflogen wird.

Besonders bemerkenswert: Präsident Donald Trump hatte das Abkommen bereits zuvor feierlich unterzeichnet. Und zwar nicht in Genf oder Zürich, sondern im Schloss Versailles.

Die Reihenfolge lautet also: Erst unterschreiben, dann schauen, ob die Gesprächspartner auch erscheinen.

Diplomatie nach dem Prinzip „Bestellen vor dem Lesen der Speisekarte“.

Als Grund für die Verzögerung gelten offenbar die weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen im Nahen Osten. Medienberichten zufolge zögert der Iran mit der Entsendung seiner Delegation, solange die Lage in der Region angespannt bleibt.

Die Schweiz befindet sich damit in ihrer traditionellen Rolle: Sie wartet geduldig darauf, dass andere Länder ihre Probleme lösen möchten.

Für zusätzliche Würze sorgt die Reaktion innerhalb der Republikanischen Partei. Mehrere Parteifreunde Trumps kritisieren das Iran-Abkommen ungewöhnlich scharf. Manche sprechen vom größten außenpolitischen Fehlgriff seit Jahrzehnten.

Das ist bemerkenswert. In Washington gilt bereits als Rebellion, wenn ein Republikaner beim Händeklatschen eine halbe Sekunde zu spät reagiert.

Währenddessen verteidigt Trump den Deal mit seiner üblichen Zurückhaltung. Kritiker bezeichnete er bereits als „Dummköpfe“, während er auf steigende Börsenkurse und sinkende Ölpreise verweist.

Die Botschaft lautet: Wenn die Aktien steigen, kann das Abkommen nicht schlecht sein.

Ob der Frieden tatsächlich hält, wird sich erst noch zeigen. Derzeit präsentiert sich die Lage jedenfalls wie ein klassisches internationales Gipfeltreffen:

Der Vertrag ist unterschrieben, die Teilnehmer sind noch unterwegs, die Kritiker laufen sich warm und die Schweiz hat vorsichtshalber schon einmal den Konferenzraum vorbereitet.

Man könnte sagen: Der Friedensprozess ist in vollem Gange – er weiß es nur noch nicht.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bildnachweis:

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Freitag, 19.06.2026

Diebewertung Netzwerk

Weitere Portale

Crowdinvesting Shop

Samstagszeitung - Wochenzeitung Verbraucherschutzforum Berlin

Archiv