Nova Rock 2026: 215.000 Menschen, ein Sturm und überraschend wenig Chaos

Nova Rock 2026: 215.000 Menschen, ein Sturm und überraschend wenig Chaos

Veröffentlicht

Montag, 15.06.2026
von Red. TB

Es gibt Ereignisse, bei denen die Polizei nach vier Tagen froh ist, wenn noch alle Einsatzfahrzeuge stehen. Und dann gibt es das Nova Rock 2026.

215.000 Menschen, laute Gitarren, Moshpits, Dosenbier und wechselhaftes Wetter – und trotzdem zieht die Polizei eine Bilanz, die fast schon verdächtig positiv klingt: „So friedlich wie heuer war es eigentlich noch nie am Nova Rock.“

Mit anderen Worten: Die größte Gefahr für viele Besucher war offenbar der eigene Zeltaufbau.

Polizeisprecher Ludwig Goldenitsch zeigte sich entsprechend entspannt. Ja, ein paar Handys verschwanden. Ja, es gab kleinere Anzeigen. Aber gemessen an einer Menschenmenge, die kurzfristig die Größe einer mittleren Stadt erreicht, verlief das Festival erstaunlich ruhig.

Die Beamten dürften sich zeitweise gefragt haben, ob sie wirklich auf einem Rockfestival oder versehentlich auf einem Yoga-Retreat gelandet sind.

Auch Veranstalter Ewald Tatar strahlte Zufriedenheit aus. Die Stimmung sei „extrem gut“ gewesen. Lediglich das Wetter habe versucht, gelegentlich die Hauptrolle zu übernehmen. Regen, Wind und einige Kapriolen sorgten zwar für nasse Schuhe und fliegende Pavillons, konnten die Festivalgäste aber nicht nachhaltig beeindrucken.

Nova-Rocker gelten schließlich als wetterfest.

Während normale Menschen bei Starkregen Schutz suchen, diskutieren Festivalbesucher darüber, ob man das jetzt schon als Dusche zählen kann.

Selbst ein abgebrochener Frühschoppen brachte die Menge nicht aus der Ruhe. Nach einer halben Stunde lief alles weiter, als wäre nichts gewesen. Manche Gäste bemerkten die Unterbrechung vermutlich erst Stunden später.

Das Rote Kreuz hatte dennoch gut zu tun. Insgesamt wurden 1.420 Besucher medizinisch versorgt. Die gute Nachricht: Die meisten Fälle waren nicht dramatisch. Lediglich 74 Personen mussten zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Für ein Festival dieser Größenordnung entspricht das ungefähr dem Verhältnis von „Das war keine gute Idee“ zu „Das war eine wirklich schlechte Idee“.

Besonders rührend wurde es am Sonntag, als zahlreiche Festivalgäste zum Vatertag Videobotschaften nach Hause schickten.

Während also im Hintergrund Metalbands die Verstärker an ihre Belastungsgrenze brachten, hörten Väter plötzlich Nachrichten wie: „Alles gut, Papa. Das Zelt steht noch. Mehr oder weniger.“

Und kaum sind die letzten Schlafsäcke eingepackt und die letzten verlorenen Bierdosen entdeckt, blickt Veranstalter Tatar bereits nach vorne. Die Planungen für das Nova Rock 2027 laufen, erste Headliner stehen fest.

Denn beim Nova Rock gilt wie bei einem Kater nach dem Festival:

Kaum ist alles vorbei, beginnt schon die Vorbereitung auf die nächste Runde.

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PIRO4D (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Montag, 15.06.2026

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