Blutreserven auf kritischem Niveau: Rotes Kreuz schlägt vor Sommerbeginn Alarm

Blutreserven auf kritischem Niveau: Rotes Kreuz schlägt vor Sommerbeginn Alarm

Veröffentlicht

Montag, 08.06.2026
von Red. TB

Jede Blutspende kann über Leben und Tod entscheiden. Genau deshalb richtet das Rote Kreuz jetzt einen dringenden Appell an die Bevölkerung: Die Blutlager sind deutlich schlechter gefüllt als nötig, während der Bedarf in den Krankenhäusern unvermindert hoch bleibt.

Besonders vor den Sommermonaten ist die Situation besorgniserregend. Feiertage, verlängerte Wochenenden und Urlaubsreisen haben dazu geführt, dass viele regelmäßige Spender ausgefallen sind. Die Folgen sind bereits spürbar.

Blutvorräte reichen derzeit nur für etwa eine Woche

Nach Angaben des Roten Kreuzes stehen aktuell Blutkonserven für lediglich rund eine Woche zur Verfügung.

Notwendig wären Reserven für mindestens zwei bis drei Wochen, um die Versorgung der Krankenhäuser auch bei unerwarteten Notfällen sicherzustellen.

„Wir sind nicht dort, wo wir vor dem Sommer gerne wären“, warnt Simon Gänsdorfer, Facharzt für Transfusionsmedizin in der Blutspendezentrale des Roten Kreuzes.

Jede 90 Sekunden wird eine Blutspende benötigt

Die Zahlen verdeutlichen die Dimension des Problems:

  • Alle 90 Sekunden wird in Österreich eine Blutkonserve benötigt.
  • Fast 1.000 Blutkonserven werden täglich gebraucht.
  • Gespendetes Blut ist nur maximal sechs Wochen haltbar.

Ein langfristiger Vorrat lässt sich deshalb nicht aufbauen. Die Versorgung ist dauerhaft auf neue Spenden angewiesen.

Blut wird nicht nur bei Unfällen benötigt

Viele Menschen verbinden Blutspenden vor allem mit Notfällen nach Verkehrsunfällen oder schweren Verletzungen.

Tatsächlich geht ein großer Teil der Blutkonserven an Menschen mit schweren Erkrankungen:

  • Krebspatienten,
  • Dialysepatienten,
  • Menschen mit chronischen Blutkrankheiten,
  • Patienten bei komplizierten Operationen,
  • Frauen bei Risikogeburten.

Für viele dieser Menschen ist Blut keine Option, sondern eine lebenswichtige Voraussetzung für ihre Behandlung.

60 Krankenhäuser sind auf Spenden angewiesen

Die Blutspendezentrale in Wien versorgt gemeinsam mit dem Roten Kreuz insgesamt 60 Krankenhäuser in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.

Der größte Abnehmer ist das Allgemeine Krankenhaus Wien (AKH), eines der wichtigsten medizinischen Zentren des Landes.

Jeder Rückgang bei den Spenden wirkt sich deshalb unmittelbar auf die Versorgung vieler Patienten aus.

Erschreckend niedrige Spendenbereitschaft

Besonders alarmierend sind die Zahlen zur Spendenbereitschaft:

  • Österreichweit spenden nur rund 3,35 Prozent der berechtigten Bevölkerung Blut.
  • In Wien liegt dieser Wert sogar bei lediglich etwa 1,5 Prozent.

Das bedeutet: Eine sehr kleine Gruppe von Menschen trägt die Verantwortung für die Versorgung von Millionen Patienten.

Kostenloser Gesundheitscheck als zusätzlicher Anreiz

Um möglichst viele Menschen zum Blutspenden zu motivieren, bietet das Rote Kreuz derzeit zusätzlich einen kostenlosen Gesundheitscheck an.

Dabei werden unter anderem untersucht:

  • Leberwerte,
  • Nierenwerte,
  • Blutfette,
  • weitere wichtige Laborparameter.

Eine zusätzliche Blutabnahme ist dafür nicht notwendig.

Jetzt zählt jede Spende

Blut kann nicht künstlich hergestellt werden.

Es gibt keinen Ersatz.

Wenn die Vorräte knapp werden, geraten medizinische Behandlungen, Operationen und Notfallversorgungen unter Druck.

Deshalb richtet das Rote Kreuz einen eindringlichen Appell an alle gesunden Menschen zwischen 18 und 70 Jahren:

Wer Blut spenden kann, sollte jetzt handeln.

Denn während viele Menschen ihren Sommerurlaub planen, sind Krankenhäuser darauf angewiesen, dass genügend Blutkonserven vorhanden sind – für Unfallopfer, Krebspatienten, Schwerkranke und alle, deren Leben plötzlich von einer einzigen Blutspende abhängen kann. ❤️🩸

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jorono (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Montag, 08.06.2026

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