Trump zündelt, Netanjahu marschiert – und die Welt soll glauben, das sei ein „Friedensplan“?

Trump zündelt, Netanjahu marschiert – und die Welt soll glauben, das sei ein „Friedensplan“?

Veröffentlicht

Freitag, 22.05.2026
von Red. TB

Man muss sich diese geopolitische Farce inzwischen wirklich einmal nüchtern anschauen.

Donald Trump wollte den großen historischen Iran-Deal.
Benjamin Netanjahu wollte seit Jahren den maximalen Schlag gegen Teheran.
Und herausgekommen ist bislang vor allem:
Chaos, Eskalation und eine Region näher am Flächenbrand als am Frieden.

Und jetzt soll plötzlich irgendjemand überrascht sein, dass die Mullahs ihr Uran nicht freiwillig aus dem Land tragen?

Was genau dachte Trump eigentlich?

Die eigentliche Frage lautet doch:
Wie naiv war diese Strategie bitte?

Trump glaubte offenbar ernsthaft, man könne ein fanatisch-machtbesessenes Regime jahrzehntelang sanktionieren, bombardieren, bedrohen und öffentlich demütigen –
und dann würden die Mullahs irgendwann sagen:
„Ja gut Donald, du hast gewonnen, hier ist unser Uran.“

Das ist geopolitisch ungefähr auf dem Niveau:
„Wenn ich laut genug schreie, löst sich das Problem von allein.“

Der große Verlierer heißt USA

Und genau deshalb sind die eigentlichen Verlierer momentan nicht einmal die Mullahs.

Sondern die Vereinigten Staaten.

Denn die USA haben erneut bewiesen, dass sie aus den Katastrophen der letzten Jahrzehnte offenbar absolut nichts gelernt haben.

Irak.
Afghanistan.
Libyen.

Immer dieselbe Arroganz.
Immer dieselbe Selbstüberschätzung.
Immer dieselbe Illusion:
„Wir setzen maximalen Druck ein und danach entsteht automatisch Demokratie.“

Nein.
Danach entsteht meistens Chaos.

Netanjahu wirkt inzwischen wie ein Mann, der Krieg politisch braucht

Und Benjamin Netanjahu?

Der israelische Premier wirkt inzwischen zunehmend wie ein Politiker, der ohne permanente Eskalation politisch kaum noch existieren kann.

Seit Jahren lautet die Strategie:
Iran maximal provozieren.
Militärisch Druck aufbauen.
Und jede diplomatische Lösung praktisch unmöglich machen.

Denn seien wir ehrlich:
Für Hardliner auf beiden Seiten ist Frieden gefährlich.

Frieden würde plötzlich Fragen aufwerfen:
Wer hat versagt?
Wer hat Milliarden verbrannt?
Wer hat Menschenleben geopfert?

Krieg dagegen hält die eigenen Lager zusammen.

Die Mullahs sind brutal – aber nicht dumm

Natürlich ist das iranische Regime repressiv, brutal und ideologisch gefährlich.

Aber die Mullahs sind nicht dumm.

Sie wissen ganz genau:
Sobald sie Schwäche zeigen, verlieren sie innenpolitisch ihre Autorität.

Deshalb werden sie eher ihr eigenes Land weiter ruinieren, bevor sie sich öffentlich den USA oder Israel unterwerfen.

Und genau DAS hätte man in Washington eigentlich wissen müssen.

Die größte Lüge lautet: „Danach wird alles besser“

Besonders absurd ist aber wieder die westliche Dauerfantasie:
„Wenn die Mullahs weg sind, wird alles gut.“

Wirklich?

Hat man sich den Irak angeschaut?
Libyen?
Syrien?
Afghanistan?

Jedes Mal glaubte der Westen:
„Jetzt kommt Demokratie.“

Und am Ende kamen Bürgerkrieg, Terrorgruppen, Machtvakuum und Millionen Flüchtlinge.

Niemand kann garantieren, dass der Iran danach ungefährlicher wird

Denn selbst wenn das Regime irgendwann kollabiert:
Wer kontrolliert dann das Uran?
Wer kontrolliert die Wissenschaftler?
Wer kontrolliert mögliche geheime Programme?

Oder glaubt wirklich jemand, hochangereichertes Uran löst sich bei einem Regierungswechsel einfach in Luft auf?

Die Wahrheit ist:
Ein destabilisiertes Iran könnte am Ende deutlich gefährlicher sein als das heutige Regime.

Die Welt zahlt längst den Preis für diesen Machtkampf

Während Trump und Netanjahu sich als starke Männer inszenieren, bezahlt längst die gesamte Welt die Rechnung.

Steigende Ölpreise.
Militärische Eskalation.
Terrorgefahr.
Unsicherheit an den Märkten.
Neue Flüchtlingsbewegungen.

Und gleichzeitig verkauft man den Menschen weiterhin die Illusion, man habe „alles unter Kontrolle“.

Dabei wirkt die aktuelle Strategie eher wie:
Mit Benzin ein Feuer löschen wollen.

Der Westen wirkt zunehmend planlos

Das eigentlich Erschreckende:
Niemand scheint einen echten Plan für „den Tag danach“ zu haben.

Man redet ständig über Sanktionen, Militärschläge und rote Linien.

Aber kaum jemand beantwortet die wichtigste Frage:
Was passiert eigentlich, wenn dieses Regime fällt?

Denn Geschichte zeigt:
Autoritäre Systeme verschwinden oft schneller als die Ordnung, die sie zusammenhielt.

Vielleicht verlieren am Ende alle

Und genau deshalb könnte dieser Konflikt am Ende nur Verlierer produzieren.

Die Mullahs verlieren ihr Land.
Israel verliert Sicherheit.
Die USA verlieren Glaubwürdigkeit.
Europa verliert Stabilität.
Und die Welt verliert erneut Jahre in einem Konflikt, den niemand wirklich lösen kann.

Aber Hauptsache, Trump kann wieder irgendwo erklären, er habe „den besten Deal aller Zeiten“ vorbereitet.

Bis der nächste Krieg beginnt.

Bildnachweis:

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Freitag, 22.05.2026

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