Washington erlebt mal wieder einen jener Tage, an denen selbst Netflix-Autoren sagen würden:
„Nee, das ist zu unrealistisch.“
Donald Trump wollte eigentlich nur schnell ein gigantisches Milliardenpaket für Grenzschutz und Abschiebungen durch den Senat drücken.
Stattdessen endete der Tag damit, dass republikanische Senatoren genervt nach Hause fuhren, Mitch McConnell moralische Grundsatzreden hielt und das Weiße Haus ungefähr so organisiert wirkte wie ein Kindergeburtstag nach drei Litern Cola.
Der 1,8-Milliarden-Dollar-„Warum-zur-Hölle-machen-wir-das“-Fonds
Auslöser des republikanischen Nervenzusammenbruchs ist ein neuer Fonds des Justizministeriums über fast 1,8 Milliarden Dollar.
Offiziell soll damit gegen angebliche politische Verfolgung vorgegangen werden.
Kritiker nennen das Ding inzwischen allerdings eher:
„Trump-TV-Entschädigungsprogramm für alle, die sich irgendwann mal unfair behandelt fühlten.“
Denn laut den Plänen könnten möglicherweise Menschen Geld bekommen, die sich vom Staat „unterdrückt“ fühlen. Darunter angeblich auch Leute aus dem Umfeld des Kapitolsturms.
Und plötzlich merkten selbst einige Republikaner:
„Moment… DAS sollen wir verteidigen?“
Mitch McConnell wacht plötzlich moralisch auf
Besonders herrlich war die Reaktion von Mitch McConnell.
Der Mann, der politisch ungefähr so emotional wirkt wie ein Aktenordner aus Beton, platzte plötzlich öffentlich der Kragen.
„Der oberste Strafverfolger des Landes will also einen Fonds einrichten, um Leute zu bezahlen, die Polizisten angegriffen haben?“
Das sei „absolut idiotisch“ und „moralisch falsch“.
Wenn Mitch McConnell so spricht, weiß man:
Im Hintergrund müssen bereits mehrere republikanische Praktikanten leise geweint haben.
Trumps Ex-Anwalt soll alles retten – natürlich klappt das nicht
Besonders vertrauenserweckend:
Zur Krisensitzung schickte das Weiße Haus ausgerechnet Todd Blanche.
Also Trumps früheren persönlichen Anwalt.
Der Mann sollte den Senatoren erklären, warum dieser Milliardenfonds eigentlich total harmlos sei.
Das lief ungefähr so erfolgreich wie ein Veganer-Grillfest bei der Texas-Rodeo-Meisterschaft.
Berichten zufolge kamen die Senatoren anschließend „steinern“ aus dem Raum.
Kurz danach entschieden sie:
„Wisst ihr was? Wir fahren erstmal heim.“
Senat sagt einfach: „Nö“
Eigentlich sollte noch ein riesiges Einwanderungspaket beschlossen werden. Über 70 Milliarden Dollar für Grenzschutz, Abschiebungen und Sicherheitsbehörden.
Trump wollte das bis Juni durchprügeln.
Die Republikaner reagierten nun allerdings mit der politischen Version von:
„Heute nicht.“
Abstimmung verschoben.
Senatoren verschwunden.
Washington halb leer.
Man könnte sagen:
Die Partei hat sich kollektiv krankgemeldet.
Das Justizministerium erklärt alles noch schlimmer
Danach versuchte das Justizministerium hektisch, den Fonds irgendwie schönzureden.
Laut internen Papieren könnten entschädigt werden:
Menschen mit angeblich zensierten Internetbeiträgen,
wütende Eltern bei Schulversammlungen,
verärgerte Kirchenbesucher,
und möglicherweise halb Amerika, das irgendwann mal auf Facebook gesperrt wurde.
Kurz gesagt:
Die Regierung baut offenbar den weltweit ersten staatlichen Beschwerde-Fonds für gekränkte Gefühle.
Chuck Schumer genießt das Drama wie Popcorn-Kino
Die Demokraten lehnten sich währenddessen entspannt zurück und schauten dem republikanischen Chaos beim Wachsen zu.
Senatsführer Chuck Schumer erklärte trocken:
„Sie stecken fest. Sie sind verwirrt. Und es ist ein Spektakel.“
Übersetzt:
„Bitte genau so weitermachen.“
Trump schafft das Unmögliche
Das wirklich Beeindruckende:
Trump hat es erneut geschafft, seine eigene Partei gegen sich aufzubringen – und zwar wegen eines Fonds, den wahrscheinlich selbst viele Republikaner nicht mehr erklären können, ohne dabei nervös an der Krawatte zu ziehen.
Washington wirkt inzwischen wie eine Dauerfolge Reality-TV
Am Ende bleibt vor allem ein Eindruck:
Die amerikanische Politik sieht inzwischen aus wie eine Mischung aus Gerichtsdrama, Familienshow und Betriebsversammlung mit akuter Orientierungslosigkeit.
Und irgendwo sitzt vermutlich ein republikanischer Senator im Flugzeug nach Hause und denkt:
„Vielleicht war die gute alte Zeit mit normalen Haushaltsstreits doch gar nicht so schlimm.“

