Empört

Empört

Veröffentlicht

Dienstag, 05.05.2026
von Red. TB

Die russische Botschaft ist empört. Natürlich. Drei Mitarbeiter werden in Wien ausgewiesen – Spionageverdacht – und Moskau reagiert mit maximaler Überraschung darüber, dass Antennen auf Botschaftsdächern offenbar nicht nur dem besseren WLAN dienen.

Die Entscheidung sei „inakzeptabel“, heißt es. Ein starker Begriff für einen Vorgang, bei dem ein Staat schlicht keine Lust mehr hat, beim Belauschen auch noch höflich zuzusehen. Österreich wiederum zeigt sich wenig beeindruckt und erinnert daran, dass riesige Spionageanlagen mitten in Wien nicht unbedingt zur Verschönerung des Stadtbilds beitragen – ganz zu schweigen vom kleinen Nebeneffekt namens nationale Sicherheit.

Besonders pikant: Die fraglichen Konstruktionen auf den Dächern waren offenbar so unauffällig wie ein Leuchtturm im Wohnzimmer. Selbst der Verfassungsschutz spricht von erheblicher Gefährdung. Aber klar – alles nur ein Missverständnis. Vielleicht wollten die drei Mitarbeiter einfach nur besonders ambitioniert Radio hören.

Weil Russland die Aufhebung der Immunität großzügig ignorierte, blieb Österreich nichts anderes übrig, als die Betroffenen vor die Tür zu setzen. Ergebnis: Drei weniger von rund 220 russischen Diplomaten im Land. Man könnte sagen: ein vorsichtiger Frühjahrsputz.

Die offizielle Linie aus Wien: Spionage wird nicht geduldet. Die inoffizielle Realität: Wien bleibt trotzdem ein Hotspot für alles, was mit diskreter Informationsbeschaffung zu tun hat – nur jetzt eben mit etwas mehr Gegenwind.

Und während Moskau „politisch motiviert“ ruft, denkt man sich in Österreich wohl: Wenn schon Spionage, dann bitte wenigstens ein bisschen subtiler.

Bildnachweis:

Motorolla (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Dienstag, 05.05.2026

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