Die Suche nach dem Datenspeicher für die Ewigkeit

Die Suche nach dem Datenspeicher für die Ewigkeit

Veröffentlicht

Mittwoch, 06.05.2026
von Red. TB

Die digitale Welt produziert täglich unvorstellbare Mengen an Daten – Fotos, Videos, Satellitenbilder, KI-Berechnungen und Milliarden Sensordaten aus Autos, Fabriken und Smartphones. Doch je mehr gespeichert wird, desto größer wird ein Problem: Unsere heutigen Speichersysteme sind teuer, energiehungrig und überraschend vergänglich.

Deshalb arbeiten Forschende und Technologieunternehmen weltweit an völlig neuen Methoden, um Informationen über Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende zu bewahren. Das Ziel klingt fast wie aus einem Science-Fiction-Roman: Daten so haltbar zu machen wie die Inschriften der alten Ägypter.

Denn herkömmliche Datenträger stoßen an ihre Grenzen. Festplatten und Magnetbänder müssen regelmäßig ersetzt werden, empfindliche Technik braucht Kühlung und Schutz vor Staub, Licht oder Magnetfeldern. Gleichzeitig verändern sich Software und Dateiformate ständig. Ohne laufende Anpassungen bleiben irgendwann nur noch unlesbare Nullen und Einsen zurück.

Wie problematisch das werden kann, zeigte einst die NASA: Ende der 1990er Jahre musste die Weltraumbehörde alte Geräte nachbauen, um archivierte Satellitendaten aus den 1970er Jahren überhaupt noch lesen zu können. Die Informationen wären beinahe verloren gegangen – nicht wegen beschädigter Daten, sondern weil die Technologie zum Auslesen verschwunden war.

Um solche Szenarien künftig zu verhindern, entstehen nun völlig neue Speicherideen. Eine davon nutzt DNA als Datenträger. Dabei werden digitale Informationen in die Bausteine künstlicher DNA übersetzt. Der große Vorteil: Auf winzigem Raum könnten enorme Datenmengen gespeichert werden – theoretisch über viele hundert Jahre hinweg. Noch ist die Technologie allerdings teuer und kompliziert beim späteren Auslesen einzelner Dateien.

Eine andere Hoffnung liegt in Glaschips. Forscher von Microsoft und andere Unternehmen experimentieren mit hauchdünnen Glasscheiben, in die Daten mithilfe von Lasern eingebrannt werden. Auf wenigen Quadratzentimetern lassen sich mehrere Terabyte speichern – stabil für bis zu 10.000 Jahre bei Raumtemperatur.

Doch auch diese Technologien stehen noch am Anfang. Viele Fragen sind ungelöst: Wie schnell lassen sich Daten speichern? Wie kann man garantieren, dass Menschen in ferner Zukunft die Informationen noch lesen können? Und vor allem: Wird sich eine dieser Methoden wirtschaftlich durchsetzen?

Klar ist nur eines: Die Datenflut wächst schneller als unsere bisherigen Speicherlösungen. Die Suche nach dem digitalen Gedächtnis der Zukunft hat längst begonnen.

Bildnachweis:

qimono (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 06.05.2026

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