Salzburg sagt dem Sommerverkehr den Kampf an – und zwar mit einer revolutionären Idee: Touristen sollen ihre Autos einfach draußen lassen. Ja, richtig gelesen. Die Stadt sperrt im Juli und August die Innenstadt für Tagesgäste auf vier Rädern. Wer trotzdem rein will, braucht entweder einen guten Grund – oder das richtige Kennzeichen.
Denn während Urlauber künftig elegant an der Stadtgrenze scheitern, winkt man Einheimische, Pendler und sogar Nachbarn aus Bayern (BGL!) freundlich durch. Quasi: „Du darfst rein – du nicht.“ Ein bisschen wie ein Club, nur ohne Dresscode, dafür mit Nummernschild.
Die Botschaft ist klar: Wer Mozart hören will, soll bitte vorher parken. Und zwar auf einem der 4.000 Park-&-Ride-Plätze, wo man für 7,50 Euro gleich ein Öffi-Ticket dazubekommt. Fünf Personen inklusive – ein echtes Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass man dafür auch noch dem Salzburger Verkehr entkommt.
Kontrolliert wird das Ganze zunächst klassisch von der Polizei – später dann von Kameras, ganz im Stil italienischer Städte. Salzburg wird also ein bisschen wie Florenz, nur mit mehr Schnitzel und weniger Vespa.
Der Plan: täglich 1.000 Autos weniger in der Innenstadt. Der Nebeneffekt: 1.000 verdutzte Touristen, die sich fragen, warum ihr Navi sie plötzlich ins Abseits schickt.
Sollte das Experiment funktionieren, will die Stadt die Sperre gleich ganzjährig behalten. Salzburg probiert also etwas völlig Neues: weniger Stau, mehr Lebensqualität.
Man darf gespannt sein, ob sich der Verkehr daran hält – oder ob am Ende doch wieder alle im Kreis fahren. Nur halt außerhalb der Innenstadt.

