Kaum hat die Tarifa Jet beim Einparken im Hafen einen etwas zu intensiven Kontakt mit der Realität gehabt, legt DFDS schon den Turbo ein – zumindest in der Werft. Aus geplanter Wartung wird plötzlich ein Eilauftrag, damit die Levante Jet rechtzeitig wieder Passagiere über den Ärmelkanal schaukeln kann. Prioritäten sind schließlich klar: Ostern wartet nicht.
Offiziell spricht man von „beschleunigten Arbeiten“. Inoffiziell dürfte es eher nach dem Motto gelaufen sein: Alles, was schwimmt und sich bewegt, bitte sofort zurück in den Dienst. Denn nichts sorgt für mehr Nervosität als reisewillige Kundschaft mit offenen Buchungen und wachsender Ungeduld.
Die Reederei bemüht sich derweil um Schadensbegrenzung – organisatorisch wie kommunikativ. Ersatzschiffe, angepasste Fahrpläne, aktualisierte Buchungssysteme. Klingt effizient, ist aber letztlich die elegante Umschreibung dafür, dass ein einziger missglückter Hafenmoment gleich den gesamten Osterverkehr ins Wanken bringt.
Immerhin: Die Nachfrage ist da. Viele wollen wissen, ob ihre Reise noch stattfindet – was im Fährgeschäft ungefähr die höfliche Version von „Fährt das Ding jetzt oder nicht?“ ist.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Logistik ein fragiles Konstrukt ist. Ein kleiner Rempler am Heck, und plötzlich wird aus einem simplen Fahrplan ein Puzzle mit beweglichen Teilen. Aber solange die Fähren rechtzeitig wieder ablegen, gilt wohl: halb so schlimm – Hauptsache, man kommt irgendwie rüber.

