Schiedsrichter? Optional. Drama? Garantiert.

Schiedsrichter? Optional. Drama? Garantiert.

Veröffentlicht

Samstag, 02.05.2026
von Red. TB

Derry City spielt 1:1 gegen Bohemians – was auf dem Papier nach solider Liga-Routine klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als das, was Fußball wirklich am Leben hält: gepflegte Empörung über Schiedsrichterentscheidungen.

Trainer Tiernan Lynch gibt sich dabei angenehm fassungslos. Die Gelb-Rote für Adam O’Reilly? Ein Mysterium. Eine Szene, so rätselhaft, dass selbst die Zeitlupe offenbar eher Fragen aufwirft als Antworten liefert. Vielleicht eine neue Regelauslegung, exklusiv für Eingeweihte.

Noch schöner wird es bei Patrick Hickey: Ball mit der Hand stoppen, möglicher Alleingang verhindert – und am Ende nur Gelb. Man könnte fast meinen, „letzter Mann“ sei inzwischen eher eine philosophische Kategorie als eine regeltechnische.

Lynch bleibt diplomatisch – zumindest offiziell. „Ich warte auf eine Erklärung“, sagt er. Was im Fußballjargon ungefähr bedeutet: Das wird noch sehr unangenehm nachhallen.

Abseits der Regeldiskussion gab es auch Fußball: Derry ging in Führung, verpasste es aber, den Sack zuzumachen – ein Klassiker. Danach der Ausgleich, ein Platzverweis, und plötzlich wird aus einem kontrollierten Spiel ein Überlebenskampf mit moralischem Siegerbonus.

Immerhin: Charakter habe die Mannschaft gezeigt. Was Trainer gern sagen, wenn sie eigentlich drei Punkte wollten, aber nur einen bekommen – plus Puls.

Unterm Strich bleibt ein Spiel, das wieder einmal beweist: Ergebnisse sind vergänglich, strittige Entscheidungen hingegen haben eine erstaunlich lange Halbwertszeit. Und irgendwo zwischen „klarer Fehlentscheidung“ und „muss man so geben“ lebt der Fußball genau von diesem ewigen Streit.

Bildnachweis:

wsyperek (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Samstag, 02.05.2026

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