Die US-Notenbank belässt den Leitzins unverändert – doch die eigentliche Nachricht liefert Jerome Powell selbst: Der scheidende Fed-Chef zieht sich nicht vollständig zurück.
ZINSEN BLEIBEN – KRIEG BREMST ENTSCHEIDUNGEN
Die Fed hält den Leitzins weiter bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Grund ist vor allem die Unsicherheit rund um den Iran-Krieg. Steigende Energiepreise treiben Inflation und Lebenshaltungskosten – eine klare Linie ist für die Notenbank derzeit kaum möglich.
Hoffnungen auf schnelle Zinssenkungen erhalten damit einen Dämpfer. Die Inflation liegt mit 3,3 Prozent wieder deutlich höher als zuletzt.
POWELL BLEIBT IM SYSTEM
Obwohl seine Amtszeit als Fed-Chef endet, will Powell im Vorstand bleiben – mindestens bis laufende Untersuchungen gegen ihn endgültig abgeschlossen sind. Ein Schritt, der politisch brisant ist und Präsident Donald Trump kaum gefallen dürfte.
Gleichzeitig verspricht Powell Zurückhaltung: Er wolle keinesfalls als „Schattenchef“ agieren.
WARNUNG VOR POLITISCHEM DRUCK
Deutlich wurde Powell bei einem anderen Punkt: Er kritisierte die juristischen Angriffe der Regierung auf die Notenbank scharf. Diese gefährdeten die Unabhängigkeit der Geldpolitik – ein Grundpfeiler des Systems.
Solche Eingriffe seien „beispiellos“ in der Geschichte der Fed.
NACHFOLGER STEHT BEREIT
Mit Kevin Warsh steht Powells Nachfolger praktisch fest. Nach Zustimmung im Senatsausschuss gilt seine Ernennung als Formsache. Doch auch ihn dürfte der politische Druck aus dem Weißen Haus begleiten.
Damit endet eine Ära – allerdings mit einem ungewöhnlichen Nachspiel: Powell geht, bleibt aber im Hintergrund präsent.

