Pakistan soll afghanische Universität angegriffen haben

Pakistan soll afghanische Universität angegriffen haben

Veröffentlicht

Dienstag, 28.04.2026
von Red. TB

Bei mutmaßlichen pakistanischen Angriffen auf die ostafghanische Provinz Kunar sind nach Angaben mehrerer Quellen mindestens sieben Menschen getötet und 75 weitere verletzt worden. Unter den Verletzten sollen sich auch Studierende und ein Professor der Universität Kunar befinden, wie mehrere Quellen der BBC mitteilten.

Nach Angaben der Taliban-Regierung sind 30 der Verletzten Studenten.

Das pakistanische Informationsministerium wies die Berichte zurück und erklärte, weder die Universität noch Wohngebiete seien angegriffen worden. Die entsprechenden Meldungen seien „falsch“.

Berichte über schweren Angriff auf Provinz Kunar

Die Vorwürfe kommen nur wenige Wochen nach einem pakistanischen Luftangriff auf ein Drogenrehabilitationszentrum in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Nach Angaben der Vereinten Nationen kamen dabei 269 Menschen ums Leben.

Im aktuellen Fall erklärten die Taliban, bei dem Angriff auf Kunar seien Mörsergranaten und Raketen eingesetzt worden. Andere Quellen berichteten der BBC dagegen, dass auch Kampfjets und Drohnen zum Einsatz gekommen seien.

Ein namentlich nicht genannter Professor der Universität Kunar sagte der BBC, während einer Lehrveranstaltung habe er auf dem gesamten Campus „erschreckende Explosionen“ gehört.

Auch Matiullah Shahab, freier Journalist und Menschenrechtsaktivist aus der Stadt Asadabad, schilderte den Vorfall gegenüber der BBC. Er habe sich etwa einen Kilometer vom Universitätsgelände entfernt befunden, als er gegen 14:00 Uhr Ortszeit (09:30 GMT) die Bombardierung gehört habe.

Er berichtete, er habe Menschen aus dem Stadtzentrum fliehen sehen. Mehrere Zivilisten seien verletzt und in Krankenhäuser gebracht worden.


Große Schäden an Universität gemeldet

In einer Erklärung des afghanischen Bildungsministeriums hieß es, sowohl die Gebäude der Universität als auch die umliegenden Bereiche seien erheblich beschädigt worden.

In den vergangenen Monaten kamen bei grenzüberschreitenden Gefechten zwischen Pakistan und Afghanistan Hunderte Menschen ums Leben oder wurden verletzt.

Fragile Waffenruhe offenbar gebrochen

In den vergangenen Wochen hatte nach einer chinesischen Vermittlung zunächst eine fragile Waffenruhe weitgehend gehalten. Anfang April waren Vertreter beider Seiten in der chinesischen Stadt Urumqi zu Gesprächen zusammengekommen.

Während dieser Waffenruhe hatten führende Vertreter der Taliban-Regierung bewusst darauf verzichtet, Pakistan oder frühere Luftangriffe öffentlich zu kritisieren, um die Verhandlungen nicht zu gefährden.

Diese Zurückhaltung scheint nun beendet.

Der stellvertretende Taliban-Regierungssprecher Hamdullah Fitrat bezeichnete die Angriffe auf Kunar als:

  • „schwere und unentschuldbare Kriegsverbrechen“
  • „offenen Akt der Brutalität“
  • sowie als „provokative Handlung“

Spannungen zwischen Pakistan und den Taliban wachsen

Pakistan hatte in der Vergangenheit erklärt, seine Luftangriffe in Afghanistan richteten sich gegen Verstecke militanter Gruppen.

Lange Zeit galt Pakistan als wichtiger Unterstützer der Taliban. Die Beziehungen zwischen beiden Seiten haben sich jedoch deutlich verschlechtert.

Islamabad wirft den Taliban vor, der militanten Gruppierung Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) in Afghanistan Rückzugsräume zu gewähren. Die TTP führt seit Jahren einen bewaffneten Aufstand gegen pakistanische Sicherheitskräfte.

Zugleich tritt Pakistan derzeit auch als Vermittler im Konflikt zwischen Iran und den USA auf.

Bildnachweis:

jorono (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Dienstag, 28.04.2026

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