Drohungen gegen Trump

Drohungen gegen Trump

Veröffentlicht

Sonntag, 26.04.2026
von Red. TB

Donald Trump ist seit Jahren Zielscheibe von Drohungen, Angriffen und Sicherheitsalarmen – und jeder neue Vorfall verschärft die Frage, wie verwundbar selbst ein Ex- und Wieder-Präsident in den USA geworden ist. Nach der Evakuierung Trumps und seiner Frau Melania beim White House Correspondents’ Dinner in Washington hat USA Today nun die schwerwiegendsten bekannten Attentatsversuche und Sicherheitsvorfälle zusammengetragen. Das Bild, das daraus entsteht, ist unerquicklich: Trump lebt seit Langem in einem Klima permanenter Gefährdung – und Amerika offenbar ebenso.

Der jüngste Vorfall ereignete sich am 25. April 2026 beim White House Correspondents’ Association Dinner, einer jener glamourös-politischen Veranstaltungen, bei denen sich Washington normalerweise lieber selbst feiert. Diesmal endete der Abend im Ausnahmezustand. Nach Angaben Trumps stürmte ein Mann, bewaffnet mit mehreren Waffen, auf einen Sicherheitskontrollpunkt am Washington Hilton zu. Secret-Service-Beamte griffen ein, ein Officer wurde laut Trump angeschossen, die kugelsichere Weste verhinderte Schlimmeres. Der Verdächtige wurde festgenommen. Offiziell wurde der Vorfall bislang jedoch nicht als Attentatsversuch auf Trump eingestuft.

Dass diese Zurückhaltung wichtig ist, zeigt der Blick zurück. Der bislang schwerste Angriff ereignete sich am 13. Juli 2024 in Butler, Pennsylvania. Während einer Wahlkampfveranstaltung eröffnete ein Schütze das Feuer auf die Bühne. Trump wurde am rechten Ohr gestreift, ein Zuschauer getötet. Der Täter, der 20-jährige Thomas Matthew Crooks, wurde von Secret-Service-Agenten erschossen. Die Ermittler stuften den Angriff später eindeutig als Attentatsversuch ein. Es war der gravierendste Sicherheitsbruch in Trumps politischer Laufbahn – und ein Schockmoment für das Land.

Die Folgen waren entsprechend groß. Der Kongress untersuchte das Versagen der Sicherheitsvorkehrungen, mehrere Secret-Service-Mitarbeiter wurden disziplinarisch belangt. Seitdem steht Trump unter noch schärferem Schutz. Dass es trotzdem immer wieder zu Vorfällen kommt, ist deshalb politisch wie symbolisch brisant.

So etwa im September 2024 in Florida. Damals vereitelten Secret-Service-Agenten laut FBI einen weiteren mutmaßlichen Attentatsversuch, als Trump auf seinem Golfplatz in West Palm Beach spielte. Beamte entdeckten einen bewaffneten Mann in einem Gebüsch in der Nähe und eröffneten das Feuer, bevor dieser Trump erreichen konnte. Der Präsident blieb unverletzt. Auch dieser Vorfall zeigte, wie nervös die Sicherheitslage rund um Trump seit Pennsylvania geworden ist.

Doch schon lange vor dem echten Attentatsversuch von Butler war Trump immer wieder Mittelpunkt gefährlicher Situationen. Im November 2016 wurde er bei einer Wahlkampfveranstaltung in Reno, Nevada, abrupt von der Bühne gezogen, nachdem jemand in der Menge »Gun!« gerufen hatte. Später stellte sich heraus: Der Mann war unbewaffnet. Dennoch reichte der Ruf für einen sofortigen Eingriff der Sicherheitskräfte.

Noch bedrohlicher war ein Vorfall im Juni 2016 in Las Vegas. Während Trump sprach, versuchte ein britischer Staatsbürger, einem Polizisten die Waffe zu entreißen. Laut Behörden gestand der Mann später, Trump töten zu wollen. Er wurde sofort überwältigt, verurteilt und später in das Vereinigte Königreich abgeschoben.

Nur wenige Monate zuvor, im März 2016 in Dayton, Ohio, war ein Mann bei einer Wahlkampfveranstaltung auf die Bühne zugerannt, bevor Secret-Service-Agenten ihn zu Boden brachten. Eine Waffe wurde nicht gefunden, die Behörden werteten den Vorfall dennoch als ernsthafte Bedrohung.

Zusammengenommen ergibt sich daraus ein Muster: Nicht jeder Alarm war ein Attentat, nicht jeder Zwischenfall war politisch organisiert, nicht jede Bedrohung war tödlich. Aber die Serie zeigt, wie eng in Trumps politischem Umfeld Show, Eskalation und reale Gewalt längst beieinanderliegen. Seine Auftritte – ob Wahlkampf, Golfclub oder Gala – sind nicht nur politische Ereignisse, sondern Sicherheitslagen.

Das ist mehr als ein Trump-Problem. Es ist ein Symptom für den Zustand der amerikanischen Öffentlichkeit. Ein Land, in dem ein Präsidentschaftskandidat auf offener Bühne angeschossen wird, ein anderer Vorfall im Gebüsch eines Golfplatzes endet und ein Galaabend in Washington in Deckung unter Tischen mündet, hat ein Gewaltproblem, das tiefer reicht als jede einzelne Biografie. Politische Gewalt ist dort keine Ausnahme mehr, sondern eine wiederkehrende Kulisse.

Und genau deshalb wird jeder neue Vorfall, selbst wenn er offiziell nicht als Attentatsversuch gilt, sofort größer als der Moment selbst. Weil in den USA inzwischen immer mitschwingt, was beim nächsten Mal passieren könnte.

Bildnachweis:

geralt (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 26.04.2026

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