US-Präsident Donald Trump setzt im angespannten Verhältnis zu Großbritannien auf königliche Hilfe. In einem Telefoninterview erklärte er, der bevorstehende Staatsbesuch von König Charles III. könne die Beziehungen „absolut“ verbessern. Der Monarch sei „ein fantastischer und mutiger Mann“, mit dem ihn eine langjährige Bekanntschaft verbinde.
Der König und Königin Camilla reisen in der kommenden Woche für vier Tage in die USA. Geplant sind unter anderem ein Treffen im Weißen Haus sowie eine Rede vor dem US-Kongress. Die Reise soll anlässlich des 250. Jahrestags der amerikanischen Unabhängigkeit auch die historisch engen Beziehungen beider Länder unterstreichen.
Doch während Trump warme Worte für den König findet, fällt sein Urteil über die britische Regierung deutlich kühler aus. Premierminister Keir Starmer könne sich politisch nur „erholen“, wenn er seinen Kurs ändere – insbesondere in der Migrationspolitik und bei der Energiegewinnung in der Nordsee. Andernfalls sehe er „keine Chance“.
Starmer reagierte gelassen und betonte, Entscheidungen würden ausschließlich im britischen Interesse getroffen. Großbritannien werde sich nicht in den Iran-Konflikt hineinziehen lassen, stellte er klar.
Auch in anderen Punkten bleiben die Differenzen deutlich: Trump kritisierte erneut die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung der Verbündeten im Iran-Konflikt – betonte gleichzeitig aber, die USA hätten „niemanden gebraucht“. Seine Forderungen an Partner seien eher ein „Test“ gewesen.
Zusätzliche Spannungen drohen zudem wirtschaftlich: Trump stellte neue Strafzölle gegen Großbritannien in Aussicht, sollte London an seiner Digitalsteuer für große US-Technologiekonzerne festhalten.
Am Ende steht damit ein widersprüchliches Bild: viel Lob für den König – und gleichzeitig politischer Druck auf die Regierung. Ob der royale Besuch tatsächlich zur Entspannung beiträgt, dürfte sich erst nach den Gesprächen in Washington zeigen.

