Spanien schmeißt die Mafia raus – zumindest vom Restaurantschild

Spanien schmeißt die Mafia raus – zumindest vom Restaurantschild

Veröffentlicht

Freitag, 24.04.2026
von Red. TB

Manchmal braucht Europa Jahre, Gerichte, diplomatischen Druck und vermutlich mehrere Espressi, um zu erkennen, dass „Mafia“ als Restaurantname vielleicht nicht ganz so geschmackssicher ist.

Die spanische Kette „La mafia se sienta a la mesa“ heißt künftig endlich:
„La familia se sienta a la mesa“.

Mit anderen Worten:
Aus organisiertem Verbrechen wird italienische Großfamilie.
Also im Grunde nur noch halb so bedrohlich.

Pasta ja, Schutzgeld eher nein

Das spanische Patent- und Markenamt hat der Kette im März den Namen kassiert, weil er gegen öffentliche Ordnung und Moral verstoße.

Eine mutige Erkenntnis, die nur ungefähr acht Jahre, mehrere Urteile und die italienische Botschaft brauchte.

Schon 2018 hieß es, der Name vermittle ein zu positives Bild der Mafia und verharmlose Kriminalität.

Oder wie man in Italien vermutlich sagte:
„Pizza gut, Markenname eher Haftbefehl.“

135 Millionen Euro mit Pate-Pasta

Besonders beeindruckend:
Die Kette machte 2024 rund 135 Millionen Euro Umsatz.

Heißt also:
Man konnte in Spanien jahrelang erfolgreich Pasta verkaufen mit einem Namen, bei dem man unwillkürlich erwartet, dass der Kellner fragt:

„Möchten Sie Parmesan dazu – oder lieber ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können?“

90 Filialen jetzt offiziell familienfreundlich

Rund 90 Restaurants werden bis Ende Mai umbenannt.
Das erste Lokal mit neuem Namen eröffnet am 5. Mai in Madrid.

Endlich also keine Mafia mehr am Tisch.
Nur noch Familie.

Was – seien wir ehrlich – in italienischen Restaurants manchmal emotional ähnlich eskalieren kann.

Fazit

Die Mafia verschwindet von den Schildern.
Ein historischer Fortschritt.

Jetzt bleibt nur noch die entscheidende Frage:
Wird mit dem neuen Namen auch die Rechnung weniger kriminell?

Bildnachweis:

stephaniemonot (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Freitag, 24.04.2026

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