Papst attackiert „Tyrannen“ und Kriegstreiber – nach offenem Schlagabtausch mit Trump

Papst attackiert „Tyrannen“ und Kriegstreiber – nach offenem Schlagabtausch mit Trump

Veröffentlicht

Freitag, 17.04.2026
von Red. TB

Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat Papst Leo bei einem Besuch in Kamerun die politischen Führer dieser Welt attackiert. Der Pontifex sprach von einer Welt, die von „einer Handvoll Tyrannen verwüstet“ werde, und prangerte jene an, die Milliarden für Kriege ausgeben, während für Heilung, Bildung und Wiederaufbau das Geld fehle.

Die deutliche Kritik kommt nur wenige Tage nach einem öffentlich ausgetragenen Streit mit US-Präsident Donald Trump, der den Papst zuvor in sozialen Netzwerken scharf angegriffen hatte.

Deutliche Worte in einem Krisengebiet

Während seines Besuchs in einer vom bewaffneten Konflikt gezeichneten Region Kameruns verurteilte der Papst nicht nur Gewalt und Zerstörung, sondern auch den Missbrauch von Religion für politische Zwecke.

Er kritisierte jene, die „sogar den Namen Gottes“ für ihre eigenen Interessen instrumentalisieren würden. Besonders eindringlich sprach er über die Absurdität globaler Prioritäten:

Milliarden würden für „Töten und Verwüstung“ ausgegeben, während die Mittel für Heilung, Bildung und den Wiederaufbau fehlten.

Auch gegen die Logik der Kriegsführer fand er klare Worte:
Die „Herren des Krieges“ täten so, als wüssten sie nicht, dass Zerstörung nur einen Augenblick brauche – während der Wiederaufbau oft ein ganzes Leben nicht ausreiche.

Kamerun als Symbol für einen „blutgetränkten“ Konflikt

Die Rede hielt der Papst in Bamenda, im Nordwesten Kameruns – einem Zentrum des seit Jahren andauernden Konflikts zwischen separatistischen Rebellen in den anglophonen Regionen und der überwiegend frankophonen Zentralregierung.

Der Konflikt hat seit 2017 mindestens 6.000 Menschen das Leben gekostet und Hunderttausende vertrieben.

Papst Leo sprach von einer „blutgetränkten“ Region und warnte vor einem endlosen Kreislauf aus Destabilisierung und Tod. Besonders kritisch äußerte er sich über jene, die Ressourcen aus einem Land abziehen und die Gewinne anschließend in Waffen investieren – und damit Gewalt immer weiter anheizen.

Seine Botschaft war klar:
Frieden müsse nicht erfunden, sondern angenommen werden – indem man den Nachbarn wieder als Bruder oder Schwester anerkennt.

Nach Trump-Eklat: Konflikt um Krieg und Religion

Die Rede erhält zusätzliches Gewicht, weil sie in eine Phase wachsender Spannungen zwischen dem Vatikan und dem Weißen Haus fällt.

Papst Leo hatte zuletzt die harte Linie der USA im Krieg mit dem Iran mehrfach kritisiert. Er warnte davor, dass eine Eskalation ganze Zivilisationen gefährden könne, und wandte sich offen gegen eine Rhetorik, die Krieg moralisch oder religiös auflädt.

Bereits kurz nach den ersten US-israelischen Angriffen auf den Iran hatte der Papst erklärt, niemand dürfe Jesus zur Rechtfertigung eines Krieges missbrauchen. In einer Messe auf dem Petersplatz nannte er den Konflikt „grausam“ und betonte:

Jesus sei ein König des Friedens – nicht eine Figur, die man für Krieg instrumentalisieren dürfe.

Dabei zitierte er sogar den biblischen Vers:
„Auch wenn ihr noch so viel betet – ich höre euch nicht; eure Hände sind voller Blut.“

Trump schießt zurück

US-Präsident Trump reagierte darauf mit einem heftigen Angriff auf den Papst. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, der Pontifex sei „schwach“ in Fragen von Kriminalität und „schrecklich in der Außenpolitik“. Zudem forderte er ihn sinngemäß auf, er solle sich „als Papst erst einmal zusammenreißen“.

Später legte Trump nach, verweigerte eine Entschuldigung – löschte jedoch ein KI-generiertes Bild von sich selbst, das in den sozialen Medien für zusätzlichen Wirbel sorgte.

Auf Nachfrage erklärte Trump inzwischen, der Papst könne sagen, was er wolle – aber er selbst dürfe ihm widersprechen. Zugleich betonte er erneut, der Iran sei eine Bedrohung für die Welt, vor allem falls Teheran jemals über Atomwaffen verfügen sollte.

Papst zeigt sich unbeeindruckt

Papst Leo selbst reagierte demonstrativ gelassen. Zu Beginn seiner Afrika-Reise sagte er, er wolle sich nicht in eine direkte Debatte mit Trump hineinziehen lassen, werde aber weiterhin kompromisslos für Frieden eintreten.

Später erklärte er, er habe „keine Angst“ vor der US-Regierung und werde auch künftig offen gegen Krieg sprechen.

Damit markiert der Papst eine ungewöhnlich klare Linie:
Nicht diplomatische Andeutung, sondern offene moralische Konfrontation.

Unterstützung aus der Kirchenwelt

Nach seiner Rede in Kamerun erhielt Leo Unterstützung aus anderen Teilen der christlichen Welt. Die Erzbischöfin von Canterbury stellte sich hinter seinen „mutigen Ruf nach einem Reich des Friedens“.

Das zeigt, dass der Papst mit seiner Position nicht nur politisch aneckt, sondern zugleich international Rückhalt bei jenen findet, die eine stärkere moralische Stimme der Kirchen in globalen Konflikten fordern.

Afrika-Reise mit Signalwirkung

Die Afrika-Reise des Papstes gilt als besonders wichtig. Sie führt ihn durch mehrere Länder und zahlreiche Städte und ist seine zweite große Auslandsreise seit seiner Wahl. Afrika hat für die katholische Kirche enorme Bedeutung:

Mehr als ein Fünftel aller Katholiken weltweit lebt inzwischen auf dem afrikanischen Kontinent – rund 288 Millionen Menschen.

Dass der Papst ausgerechnet dort so scharf über Krieg, Ausbeutung und politische Verantwortung spricht, ist daher kein Zufall. Es ist ein bewusst gesetztes Zeichen.

Fazit

Mit seiner Rede in Kamerun hat Papst Leo mehr getan als nur Frieden zu predigen. Er hat den Mächtigen dieser Welt eine direkte Botschaft geschickt:

Wer Milliarden in Waffen steckt, Religion für Machtpolitik missbraucht und Zerstörung in Kauf nimmt, trägt Verantwortung für das Leid ganzer Regionen.

Dass diese Worte unmittelbar nach dem öffentlichen Schlagabtausch mit Donald Trump kommen, macht sie politisch noch brisanter.

Papst Leo positioniert sich damit zunehmend als moralischer Gegenpol zu einer Politik der Härte, Eskalation und religiösen Kriegsrhetorik.

Oder anders gesagt:

Der Papst predigt nicht nur Frieden – er legt sich inzwischen offen mit denen an, die am Krieg festhalten.

Bildnachweis:

JerOme82 (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Freitag, 17.04.2026

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