Donald Trump hat in Las Vegas mal wieder geliefert: große Worte, kleine Witze – und einen Krieg, der laut ihm praktisch schon gewonnen ist.
Bei einem Auftritt in Nevada pries der US-Präsident seine geplante Steuerfreiheit auf Trinkgelder an und erklärte nebenbei, der Krieg gegen den Iran laufe „hervorragend“. Oder wie Trump es sinngemäß verkaufte: Alles halb so wild – und bald vorbei.
Trump: Iran-Krieg läuft „hervorragend“
Abseits vom Glitzer des berühmten Las Vegas Strip trat Trump im AC Hotel Las Vegas Symphony Park auf – bei einer Mischung aus Gesprächsrunde und Mini-Wahlkampfshow.
Dort gab er sich beim Thema Nahost gewohnt selbstbewusst:
„Es sollte ziemlich bald vorbei sein.“
Klingt beruhigend.
Vor allem, wenn gleichzeitig die Benzinpreise durch die Decke gehen und viele Amerikaner an der Zapfsäule bereits Schnappatmung bekommen.
Spritpreise schmerzen – gerade die, denen Trump helfen will
Besonders pikant: Ausgerechnet jene Berufsgruppen, denen Trump mit seinem Plan „No Tax on Tips“ helfen will, leiden gerade besonders unter den Folgen des Kriegs.
Denn viele Lieferfahrer, Kellner oder Servicekräfte leben von Trinkgeld – und fahren oft selbst viel Auto.
Die Realität:
- USA-Durchschnitt: über 4 Dollar pro Gallone
- Nevada: fast 5 Dollar pro Gallone
Heißt:
Das Trinkgeld bleibt vielleicht steuerfrei – aber der Weg zur Arbeit kostet inzwischen fast so viel wie ein kleiner Wochenendtrip.
„Wenn ich rede, werden die Märkte nervös“
Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht auch noch kurz seine eigene Macht feiern würde.
Vor Publikum erklärte er grinsend:
„Wenn ich spreche, werden die Märkte manchmal ein bisschen nervös.“
Dann, so Trump, schicke er Finanzminister Scott Bessent los, um alles wieder zu beruhigen.
Frei übersetzt:
Er zündet das Feuer an – und andere sollen löschen.
Auch McDonald’s-Lieferung ins Weiße Haus war ihm zu viel
Selbst bei Fast Food hatte Trump an diesem Abend noch einen Seitenhieb parat.
Einen kürzlichen Vorfall, bei dem ein DoorDash-Fahrer McDonald’s ins Weiße Haus geliefert hatte, nannte er:
„ein bisschen geschmacklos.“
Ausgerechnet Trump.
Der Mann, der Fast Food jahrzehntelang fast als Staatsphilosophie betrieben hat.
Nevada: Viele Trinkgeld-Jobs, aber Trump nicht unumstritten
Nevada ist für Trump ein wichtiger Bundesstaat – auch weil dort besonders viele Menschen in Berufen arbeiten, in denen Trinkgeld zum Alltag gehört.
Laut einem Bericht des Tax Policy Center:
- in Nevada arbeiten über 5 Prozent der Beschäftigten in Trinkgeld-Jobs
- landesweit liegt der Schnitt nur bei rund 2 Prozent
Politisch läuft es für Trump dort aber nicht ganz so glänzend wie seine Rhetorik:
- Laut Morning Consult lehnen 51 Prozent der Wähler in Nevada seine Amtsführung derzeit ab.
Auffällig:
Der republikanische Gouverneur blieb dem Auftritt fern.
Dafür saß der republikanische Vizegouverneur brav neben Trump.
Das steckt hinter Trumps Steuerplan
Trumps großes Versprechen im Paket „One Big Beautiful Bill“:
- bis zu 25.000 Dollar Trinkgelder steuerfrei
- zusätzlich bis zu 12.500 Dollar Überstundenvergütung steuerlich begünstigt
- bei gemeinsamer Veranlagung bis zu 25.000 Dollar
- Einkommensgrenze:
- 150.000 Dollar pro Person
- 300.000 Dollar für Ehepaare
- gültig vorerst bis 2028
Klingt gut – zumindest auf der Bühne.
Ob das am Ende mehr hilft als hohe Spritpreise und Inflation wehtun, wird sich zeigen.
Trump teilt wieder gegen Medien und New York aus
Natürlich durfte auch die klassische Trump-Kür nicht fehlen:
Die Medien beschimpfte er erneut als
„den Feind“.
Außerdem schoss er gegen den Bürgermeister von New York und dessen neue Steuerpläne für Zweitwohnungen.
Kurz gesagt:
Vegas bekam an einem Abend alles geboten:
- Steuerpopulismus
- Kriegsoptimismus
- Medienschelte
- und Fast-Food-Empörung
Fazit
Trump verkauft in Las Vegas ein altbekanntes Rezept:
Ein bisschen Entlastung für Trinkgelder, ganz viel Selbstlob – und beim Krieg bitte einfach Vertrauen haben.
Die Botschaft des Abends:
- Der Iran-Krieg? Läuft super.
- Die Märkte? Zittern wegen ihm.
- Die Medien? Böse.
- Die Zapfsäule? Leider auch.
Oder in echter BILD-Logik:
Trump verspricht mehr Netto vom Trinkgeld – aber Amerika zahlt an der Tankstelle schon jetzt die Kriegsrechnung.

