Eine Stunde Naomi, a Privatjet und Wien im Modus „Geld spielt ka Rolex“

Eine Stunde Naomi, a Privatjet und Wien im Modus „Geld spielt ka Rolex“

Veröffentlicht

Freitag, 17.04.2026
von Red. TB

Eine Stunde DJ-Set. A Privatjet. Hotel Sacher. Weiße Orchideen. Dunkle Schokolade.
Und dafür ein Honorar im unteren sechsstelligen Bereich.

Na servas.

Wien zeigt wieder einmal, dass ma bei uns net einfach nur fortgeht.
Na, wenn schon, dann bitte gleich so, dass selbst der Steuerberater kurz still wird und der Taschenrechner leise zum Weinen anfängt.

Naomi Campbell kommt für ungefähr 24 Stunden in die Stadt, steigt von 1 bis 2 Uhr früh hinter die Turntables, legt auf, schaut schön aus, fliegt wieder heim – und irgendwo in Wien bleibt eine Rechnung liegen, bei der andere Menschen kurz überlegen, ob sie nicht doch lieber Beamte geworden wären.

Eine Stunde Arbeit. Sechsstellig. Da fallt da ned nur der Beat runter.

Eine Stunde.
Sechsstellig.

Da wird sogar der Herzchirurg a bissl nachdenklich.
Und der Installateur denkt sich:
„I hätt vielleicht doch auflegen sollen statt Rohre.“

Während der normale Mensch in Österreich schaut, ob sich am Wochenende noch a Spritzer ausgeht oder ob’s eh wieder nur a Leitungswasser mit Zitrone wird, wird für 60 Minuten Celebrity-Beschallung eine Summe fällig, bei der andere ihr ganzes Leben lang auf die Eigentumswohnung hinsparen.

Privatjet? Eh klar.
Hotel Sacher? Selbstverständlich.
Weiße Orchideen? Sicher.
Dunkle Schokolade?
Immerhin ned ganz abgehoben geblieben.

Wien liebt halt den Glamour. Und wenn’s teuer is, muss es ja gut sein. Oder?

Natürlich wird das alles als exklusiv verkauft.
Als Event.
Als Marke.
Als Lifestyle.
Als „Brand Building“.
Als irgendwas mit „Fitness-Wear for everywhere“, was eh so klingt, als hätte jemand beim Marketing drei englische Wörter aus einem Hut gezogen.

Man könnt natürlich auch einfach sagen:

„Wir haben für eine Stunde Promi-DJ ungefähr so viel ausgegeben wie andere für a halbe Wohnungseinrichtung.“

Aber das klingt halt weniger fancy.

Und in Wien gilt bekanntlich:

Je teurer, desto exklusiver.
Je absurder, desto VIP.

Und irgendwo fragt sich einer ganz leise: Hat’s wenigstens taugt?

Und irgendwo, vielleicht bei einem Kaffeehaus-Fenster, vielleicht beim dritten Verlängerten, sitzt einer und denkt sich:

Na, hat’s wenigstens taugt?

Weil wenn für eine Stunde Musik, a paar Orchideen und a bissl Sacher-Luft so tief in die Tasche gegriffen wird, dann will ma wenigstens hoffen, dass der Abend net nur „ganz nett“ war.

Da will ma:

  • a Party, über die ma in drei Jahren noch redt,
  • a Dancefloor, der ausschaut wie nachm Weltuntergang,
  • und Gäste, die am nächsten Tag sagen:
    „I hab nix verstanden, aber es war sensationell.“

Sonst bleibt am Ende nur das übliche Luxusfazit:

Teuer war’s jedenfalls.

Und die ganz wichtige Frage? Die stellt ma natürlich nur satirisch.

Und bevor jetzt wieder wer Schnappatmung kriegt:

Nein, das hier ist keine Tatsachenbehauptung.
Keine Unterstellung.
Kein Vorwurf.

Aber satirisch darf man sich bei solchen Summen natürlich schon fragen:

War das jetzt einfach nur sehr großzügiges Eventbudget … oder die hohe Kunst des stilvollen Geldausgebens mit Orchideenbegleitung?

Mehr net.

Weil bei sechsstelligen Beträgen für 60 Minuten Auflegen darf man in Österreich schon noch staunen, schmunzeln und sich denken:

„Na bumm. Des is aber a ambitionierte Abendgestaltung.“

Wiener Endabrechnung

Am Ende bleibt also:

  • Naomi war da.
  • Der Privatjet war da.
  • Das Sacher war da.
  • Die Orchideen waren da.
  • Die dunkle Schokolade war hoffentlich auch da.
  • Und das Honorar war jedenfalls net vom Würstelstand.

Oder, wie man in Wien ganz trocken sagen würde:

Wennst für a Stundl Musik so viel zahlst, dann hoff i wenigstens, dass ned nur der Bass, sondern auch die Vernunft komplett ausgeschalten war.

Und falls net?

Dann war’s halt ka Party.

Dann war’s einfach nur:

a sehr elegante Art, Geld in Nebel, Blitzlicht und Society-Gefühl umzuwandeln.

Bildnachweis:

kpr2 (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Freitag, 17.04.2026

Diebewertung Netzwerk

Weitere Portale

Crowdinvesting Shop

Samstagszeitung - Wochenzeitung Verbraucherschutzforum Berlin

Archiv