Sotomayor entschuldigt sich – Kavanaugh bleibt das größere Problem

Sotomayor entschuldigt sich – Kavanaugh bleibt das größere Problem

Veröffentlicht

Donnerstag, 16.04.2026
von Red. TB

Sonia Sotomayor hat sich bei Brett Kavanaugh entschuldigt. Zu Recht. Ihre persönliche Spitze gegen seinen Hintergrund war unnötig und unklug. Richter sollten einander an Urteilen messen, nicht an ihrer Herkunft.

Aber wer jetzt vor allem über ihren Ton spricht, verdrängt den eigentlichen Skandal.

Denn Kavanaugh hat in einem umstrittenen Einwanderungsfall genau jene juristische Tür offen gehalten, die Bürgerrechtler seit Jahren fürchten: Er erklärte, dass bei ICE-Kontrollen neben Sprache und Aufenthaltsort auch die „offensichtliche Ethnie“ ein „relevanter Faktor“ sein könne. Nicht allein, versteht sich – aber eben als Teil eines Verdachts.

Das klingt juristisch geschniegelt. In der Realität heißt es: Wer „falsch aussieht“, „falsch spricht“ oder am „falschen Ort“ steht, kann leichter ins Visier geraten.

Sotomayors Fehler war stilistisch. Kavanaughs Problem ist politisch und rechtsstaatlich.

Die liberale Richterin hat eine Grenze im Ton überschritten. Der konservative Richter verschiebt gerade Grenzen im Recht. Und zwar in einer Frage, die über den Alltag von Millionen Menschen entscheidet.

Deshalb ist die Reihenfolge wichtig:
Ja, Sotomayor musste sich entschuldigen.
Aber nein, damit ist die Sache nicht erledigt.

Denn die größere Zumutung bleibt ein Supreme Court, der Racial Profiling in höflicher Rechtssprache verpackt – und so tut, als sei das bloß eine nüchterne Auslegung des Gesetzes.

Bildnachweis:

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Donnerstag, 16.04.2026

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