100 Tage Mamdani: Die Revolution startet mit Schlaglöchern, Schneeschaufeln und einem Supermarkt

100 Tage Mamdani: Die Revolution startet mit Schlaglöchern, Schneeschaufeln und einem Supermarkt

Veröffentlicht

Dienstag, 14.04.2026
von Red. TB

Zohran Mamdani feiert seine ersten 100 Tage im Amt.
Und weil echte Politik heute nur noch mit Eventcharakter zählt, natürlich nicht im Rathaus, sondern in einer umgebauten Fabrikhalle in Queens – zwischen Jubelpublikum, Kampfschildern und der kollektiven Hoffnung, dass Sozialismus vielleicht doch wenigstens gegen Schlaglöcher hilft.

Auf der Bühne verkündet der jüngste New Yorker Bürgermeister seit über 100 Jahren seine Bilanz:

  • 100.000 Schlaglöcher repariert
  • 1,2 Milliarden Dollar für Kinderbetreuung organisiert
  • Schneestürme irgendwie überlebt
  • und ein städtischer Supermarkt soll irgendwann auch noch kommen

Man merkt:
Die große linke Zeitenwende ist da – und sie beginnt mit Asphaltpflege.

Vom Klassenkampf zur Straßensanierung

Mamdani wurde als progressive Hoffnung gewählt, als demokratischer Sozialist, als Albtraum für Immobilienhaie und Fox News.

Nach 100 Tagen lautet die Revolution nun:

„Niemand ist zu groß für New York – und kein Schlagloch zu klein für die Pressekonferenz.“

Das ist strategisch durchaus klug.
Wer die Reichen noch nicht besteuern kann, weil Albany blockt, der stopft eben erstmal den Asphalt und verkauft es als Systemumbau.

Anders gesagt:

Wenn man den Kapitalismus nicht sofort überwinden kann, flickt man halt wenigstens seine Fahrbahn.

Trump plötzlich erstaunlich handzahm

Vor der Wahl klang alles noch nach Polit-Wrestling:

  • Trump: „Kommunist!“
  • Mamdani: „Ich knicke nicht ein!“

Im Amt dann überraschend:

  • Treffen im Weißen Haus
  • gemeinsames Lächeln
  • Fotos ohne Eskalation
  • Trump sagt sogar, er „cheere“ für ihn

Das ist in Trumps Welt ungefähr so intim wie ein Heiratsantrag.

Mamdani hat also das Unmögliche geschafft:
Er wurde von Trump noch nicht zur täglichen Staatskrise erklärt.

Für New Yorker Verhältnisse ist das bereits ein Regierungsprogramm.

Kinderbetreuung für alle – aber bitte in homöopathischer Dosis

Das Herzstück seiner Agenda: universelle Kinderbetreuung.

Die Realität nach 100 Tagen:

  • erstmal 2.000 Gratis-Plätze für Zweijährige ab 2026
  • später vielleicht 12.000
  • irgendwann in vier Jahren dann „volle Universalität“

Für eine Stadt mit Millionen Einwohnern ist das ungefähr so, als würde man sagen:

„Wir schaffen Wohnraum für alle – angefangen mit einem sehr schönen Keller in Queens.“

Natürlich wird das als Durchbruch verkauft.
Und ja, es ist ein Anfang.
Aber eben auch einer, bei dem das Wort „universal“ so großzügig verwendet wird wie in Wahlprogrammen üblich.

Der Supermarkt des Volkes

Besonders charmant:
Mamdani will einen städtischen Supermarkt in East Harlem eröffnen.

Kosten: rund 30 Millionen Dollar.

Man kann sich das bildlich vorstellen:

  • Brot
  • Milch
  • Eier
  • und an Kasse 3 eine ideologische Grundsatzdebatte über Lebensmittelgerechtigkeit

Falls das klappt, könnte New York bald die erste Metropole sein, in der man sagen kann:

„Ich gehe kurz ins Rathaus, Butter kaufen und den Neoliberalismus beleidigen.“

Die wirklich großen Versprechen? Noch im Wartezimmer

Noch nicht geliefert oder nur in Mini-Version:

  • Mieten einfrieren? Noch offen
  • Reiche stärker besteuern? Braucht den Staat – und der hat wenig Lust
  • Gratisbusse für alle? Eher Testlauf statt Verkehrswende
  • Neue Behörde für Community Safety? Bisher eher ein Büro mit sehr ambitioniertem Namen

Mit anderen Worten:

Die Utopie ist bestellt, aber aktuell wurde nur die Versandbestätigung verschickt.

Die Bewertung

Mamdani macht bisher genau das, was viele linke Hoffnungsträger im Amt irgendwann lernen:

  • große Visionen im Wahlkampf
  • kleine, medienwirksame Siege im Alltag
  • strukturelle Blockaden überall
  • und trotzdem so tun, als wäre der Umbruch schon im Gange

100 Tage Mamdani zeigen vor allem eins: Der Sozialismus in New York kommt nicht mit Fackeln und Enteignungslisten, sondern mit Schlagloch-Statistik, Schneeschmelzanlage und einem städtischen Supermarkt für symbolisch günstige Eier. Die Revolution fährt – aber aktuell nur als Pilotprojekt mit begrenzten Haltestellen.

Bildnachweis:

Maklay62 (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Dienstag, 14.04.2026

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