„Ketamin-Queen“ für Matthew Perrys Tod verurteilt – 15 Jahre Haft für den Stoffhandel mit Todesfolge

„Ketamin-Queen“ für Matthew Perrys Tod verurteilt – 15 Jahre Haft für den Stoffhandel mit Todesfolge

Veröffentlicht

Donnerstag, 09.04.2026
von Red. TB

Im Fall um den Tod von „Friends“-Star Matthew Perry ist nun eine der zentralen Figuren des düsteren Drogen-Netzwerks verurteilt worden: Die als „Ketamin-Queen“ bekannt gewordene Lieferantin muss 15 Jahre ins Gefängnis. Das entschied ein Gericht in Los Angeles – und damit exakt jene Strafe, die die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Die Verteidigung versuchte es erwartungsgemäß mit der inzwischen fast rituellen Nummer: lange Untersuchungshaft, schwere Zeit, reicht doch jetzt langsam mal. Das Gericht sah das offenbar anders. Überraschend ist das nicht.

Die 42-Jährige hatte bereits im September in fünf Anklagepunkten auf schuldig plädiert. Laut Staatsanwaltschaft lieferte sie unter anderem genau jene Ketamin-Dosis, die im Oktober 2023 zum Tod von Matthew Perry führte. Der Schauspieler, weltweit bekannt als Chandler Bing, war damals im Alter von 54 Jahren tot im Whirlpool seines Hauses in Los Angeles gefunden worden. Todesursache: die akuten Folgen von Ketamin.

Was sich danach entfaltete, war weniger tragischer Einzelfall als vielmehr ein erschreckend kaltes Geschäftsmodell. Perry, der über Jahre offen über seine Suchterkrankungen gesprochen hatte und sich wegen Depressionen und Angstzuständen sogar unter ärztlicher Aufsicht einer Ketamin-Therapie unterzogen haben soll, wurde offenbar gleichzeitig von einem Kreis aus Ärzten, Helfern und Dealern weiter mit Stoff versorgt. Also genau jenem toxischen Parallelmarkt, der sich gerne an reichen, bekannten und labilen Menschen bedient – solange das Geld stimmt.

Neben der nun verurteilten Drogenhändlerin wurden nach Perrys Tod auch zwei Ärzte, ein Assistent und ein Bekannter des Schauspielers belangt. Einer der Mediziner kassierte im Dezember zweieinhalb Jahre Haft, sein Kollege kam mit gerade einmal acht Monaten Hausarrest davon – offenbar gibt es in manchen Fällen selbst beim Umgang mit gefährlichen Substanzen noch eine Art Promi-Rabatt für weiße Kittel. Die Urteile gegen die beiden übrigen Angeklagten stehen noch aus.

Die als „Ketamin-Queen“ bezeichnete Frau war laut Anklage nicht einfach irgendeine Gelegenheitsdealerin, sondern Teil eines Systems, das Abhängigkeit nicht als Warnsignal, sondern als Geschäftsmodell versteht. Wer Menschen in einer solchen Verfassung weiter beliefert, verkauft nicht nur Drogen – er verkauft Zerstörung auf Bestellung.

Fazit:
15 Jahre Haft sind in diesem Fall kein Skandal, sondern das absolute Minimum an Realitätssinn. Matthew Perry starb nicht nur an Ketamin. Er starb auch an einem Umfeld, in dem Profit wichtiger war als Verantwortung – und in dem manche offenbar dachten, ein berühmter, suchtkranker Mensch sei vor allem eines: ein zahlungskräftiger Kunde bis zum letzten Atemzug.

Bildnachweis:

Daniel_B_photos (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Donnerstag, 09.04.2026

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