Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) startet heute zu einem zweitägigen Besuch nach Saudi-Arabien.
Treffen mit Außenminister, Wirtschaftsminister und dem Generalsekretär des Golfkooperationsrats stehen an.
Oder anders gesagt:
Österreich reist wieder einmal mit viel Diplomatie-Gepäck in eine Weltregion, in der andere mit Raketen argumentieren.
Das erklärte Ziel der Ministerin:
„Dieser Krieg muss so rasch wie möglich beendet werden.“
Ein bemerkenswert klarer Plan.
Vermutlich war vorher noch niemand auf die Idee gekommen, dass Krieg vielleicht besser aufhören sollte.
Wien als Weltfriedenszentrale – zumindest im Selbstverständnis
Meinl-Reisinger betont, Österreich schöpfe „alle diplomatischen Mittel aus“, um zur Stabilisierung beizutragen und nationale Interessen zu schützen.
Das klingt ungefähr so, als würde man mit einem höflich formulierten Brief und gutem Kaffee versuchen, den Persischen Golf zu beruhigen.
Besonders charmant ist die Formulierung, Wien solle gezielt als Ort für „Dialog, Verhandlung und konkrete Lösungen“ positioniert werden.
Kurz gesagt:
Während anderswo Ölterminals brennen und die Straße von Hormus blockiert wird, bietet Österreich schon mal den Konferenzraum an.
Österreich zwischen Weltpolitik und Transitinteresse
Natürlich geht es offiziell um Deeskalation durch Vermittlung.
Inoffiziell geht es auch um das, was immer geht:
Energieversorgung, Handel und freie Routen.
Denn wenn im Nahen Osten die Schifffahrtswege dicht sind, merkt selbst Österreich ohne Meer plötzlich, dass globale Krisen unangenehm teuer werden können.
Da wird aus Neutralität ganz schnell:
„Könnten bitte alle wieder aufhören, damit unser Diesel nicht noch absurder wird?“
Die große Mission
Meinl-Reisinger war erst Ende Jänner in Saudi-Arabien, jetzt also schon wieder.
Man könnte sagen:
Österreich pendelt inzwischen öfter in die Golfregion als manche nach St. Pölten.
Ob die Reise den Krieg beendet, bleibt offen.
Aber immerhin ist eines sicher:
Wien bleibt sich treu –
wenn die Welt brennt, stellt Österreich diplomatisch schon mal die Stühle im Kreis auf.
Fazit:
Ein Krieg im Nahen Osten, blockierte Handelsrouten, globale Nervosität –
und Österreich sagt:
„Vielleicht reden wir erstmal darüber. In Wien. Mit Mineralwasser.“

