Die wirtschaftspolitischen Nachrichten vom 3. November 2026 zeigen ein widersprüchliches Bild. Während sich Österreich günstiger Geld am Kapitalmarkt beschaffen kann, belasten Nachzahlungen beim Arbeitsmarktservice und schwierige Kollektivvertragsverhandlungen die wirtschaftliche Diskussion.
AMS muss rund 135 Millionen Euro nachzahlen
Eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs hat erhebliche finanzielle Folgen.
Das Arbeitsmarktservice muss nach bisherigen Berechnungen rund 135 Millionen Euro an Arbeitslosengeld und Notstandshilfe nachzahlen.
Hintergrund ist eine rechtswidrige Berechnungsmethode bei bestimmten geringfügig belasteten Einkommen.
Finanzminister Markus Marterbauer bezeichnete die Summe als unerfreulich, sieht darin jedoch derzeit keine wesentliche Gefährdung der Budgetkonsolidierung.
Handelsangestellte kämpfen um höhere Gehälter
Die zweite Verhandlungsrunde zum Handelskollektivvertrag 2027 brachte keine Einigung.
Die Gewerkschaft GPA fordert eine Gehaltserhöhung von 3,8 Prozent.
Die Arbeitgeber bieten bislang 2,1 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 350 Euro.
Betroffen sind rund 120.000 Angestellte und 19.000 Lehrlinge.
Angesichts einer rollierenden Inflation von 3,3 Prozent stehen Kaufkraftverluste im Mittelpunkt der Verhandlungen.
Österreich kann sich günstiger verschulden
An den Finanzmärkten gab es dagegen positive Nachrichten.
Die Republik stockte zwei Bundesanleihen auf. Das Gesamtvolumen einschließlich Eigenquote lag bei rund 1,7 Milliarden Euro.
Die Rendite der zehnjährigen Anleihe betrug 3,55 Prozent, jene der vierjährigen 3,20 Prozent.
Die Nachfrage war deutlich höher als das angebotene Volumen.
Flugabgabe könnte sinken
Bundeskanzler Christian Stocker stellte während seiner Chinareise eine Senkung der österreichischen Flugabgabe in Aussicht.
Derzeit beträgt sie grundsätzlich zwölf Euro pro Ticket, bei besonders kurzen Strecken 30 Euro.
Fluggesellschaften und mehrere Bundesländer verlangen seit Längerem Entlastungen.
Fazit
Österreichs Wirtschaft braucht Wachstum, während Arbeitnehmer höhere Einkommen und die öffentlichen Haushalte finanzielle Stabilität benötigen.
Genau zwischen diesen Anforderungen muss die Wirtschaftspolitik Entscheidungen treffen.
Redaktion diebewertung.at


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