Großbritannien und Frankreich bereiten gemeinsam mit weiteren europäischen Staaten einen möglichen Militäreinsatz in der Ukraine vor. Vom 9. bis 22. November 2026 sollen rund 2.800 Soldaten aus zwölf Ländern in Polen trainieren. Ziel ist es, nach einem möglichen Friedensabkommen zur Sicherheit der Ukraine beizutragen. Doch eine entscheidende Frage bleibt unbeantwortet: Was geschieht, wenn russische Truppen diese Soldaten angreifen?
Europa bereitet sich auf die Zeit nach dem Krieg vor
Unter dem Namen „Koalicja“ wollen die beteiligten Staaten testen, wie eine multinationale Streitmacht verlegt, versorgt und geschützt werden könnte.
Großbritannien beteiligt sich mit rund 300 Soldaten und zwei Typhoon-Kampfjets der Royal Air Force.
Auch Deutschland gehört zu den teilnehmenden Ländern.
Trainiert werden sollen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Streitkräfte sowie logistische und militärische Abläufe.
Die Planungen sehen ausdrücklich keine Kampfeinsätze an der Front vor. Ebenso wenig sollen die Soldaten klassische Aufgaben zur Überwachung eines Waffenstillstands übernehmen.
Stattdessen geht es darum, die ukrainischen Streitkräfte beim Wiederaufbau und bei der langfristigen Sicherung des Landes zu unterstützen.
Russland droht ausländischen Soldaten
Moskau lehnt die Stationierung westlicher Truppen in der Ukraine entschieden ab.
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte bereits erklärt, ausländische Soldaten könnten als legitime militärische Ziele betrachtet werden.
Damit entsteht ein erhebliches Sicherheitsrisiko.
Westliche Regierungsvertreter versichern zwar, dass sich die multinationalen Streitkräfte im Falle eines Angriffs verteidigen könnten.
Welche konkreten Einsatzregeln gelten würden, bleibt jedoch offen.
Auch die Türkei beteiligt sich
Die Türkei soll bei einer möglichen internationalen Mission die maritime Komponente übernehmen.
Langfristig geht es dabei insbesondere um die Beseitigung von Seeminen und die Wiederaufnahme eines sicheren Handelsverkehrs im Schwarzen Meer.
Auch die europäische Luftfahrt könnte profitieren. Britische Kampfjets sollen bei der Übung simulieren, wie der zivile Flugverkehr nach einer möglichen Wiederöffnung des ukrainischen Luftraums abgesichert werden könnte.
Viele Fragen sind noch ungeklärt
Wie groß die internationale Truppe am Ende sein könnte, steht nicht fest.
Militärexperten halten langfristig eine Stationierung von mehreren Zehntausend Soldaten für denkbar.
Entscheidungen darüber müssten jedoch von den beteiligten Regierungen getroffen werden.
Auch die Vereinigten Staaten sind zwar in Gespräche eingebunden, beteiligen sich nach bisherigen Angaben aber nicht mit eigenen Kräften an der geplanten Mission.
Unser Fazit: Frieden vorbereiten, ohne einen neuen Krieg zu riskieren
Dass Europa bereits über Sicherheitsgarantien für eine mögliche Nachkriegsordnung nachdenkt, ist nachvollziehbar.
Doch militärische Planungen benötigen klare politische und rechtliche Grundlagen.
Wer Soldaten in ein Land entsenden möchte, dessen Krieg möglicherweise nur durch einen Waffenstillstand unterbrochen ist, muss auch erklären, wie diese Menschen geschützt werden sollen.
Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht allein, wie schnell europäische Soldaten in der Ukraine eintreffen könnten.
Entscheidend ist, wie verhindert werden soll, dass aus einer Mission zur Stabilisierung des Friedens eine direkte militärische Konfrontation zwischen Russland und europäischen Staaten entsteht.
Redaktion diebewertung.at


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