Drei Mädchen sterben bei Segelausflug: Schlepperkapitän nach tödlichem Unglück zu 18 Monaten Haft verurteilt

Drei Mädchen sterben bei Segelausflug: Schlepperkapitän nach tödlichem Unglück zu 18 Monaten Haft verurteilt

Veröffentlicht

Mittwoch, 14.10.2026
von Red. TB

Miami, 14. Oktober 2026 – Es sollte ein unbeschwerter Sommertag auf dem Wasser werden. Doch für drei Mädchen im Alter von sieben, zehn und dreizehn Jahren endete ein Segelausflug in einer unvorstellbaren Tragödie. Mehr als ein Jahr nach dem tödlichen Bootsunglück vor Miami hat ein amerikanisches Bundesgericht den verantwortlichen Schlepperkapitän zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Für die Familien der Opfer bleibt ein Verlust, den kein Urteil wiedergutmachen kann.

Am 28. Juli 2025 befanden sich fünf Mädchen gemeinsam mit einer 19-jährigen Betreuerin auf einem kleinen Segelboot in der Biscayne Bay vor Miami. Die Kinder nahmen an einem Segelcamp teil.

Als das Segelboot wegen nachlassenden Windes manövrierunfähig wurde, näherte sich ein Schlepper, der einen mit Bauschutt beladenen Lastkahn schob.

Wenig später kam es zur Katastrophe.

Segelboot unter Lastkahn gedrückt

Der Lastkahn erfasste das kleine Segelboot und drückte es unter seinen Rumpf. Alle sechs Insassen wurden ins Wasser geschleudert.

Die Betreuerin und zwei Mädchen konnten sich retten. Für drei Kinder kam jede Hilfe zu spät.

Die siebenjährige Mila Yankelevich und die dreizehnjährige Erin Ko starben noch am Unglückstag. Die zehnjährige Arielle Buchman erlag wenige Tage später ihren Verletzungen.

Schwere Versäumnisse bei der Sicherheit

Nach den Ermittlungen war die Sicht des 46-jährigen Schlepperkapitäns Yusiel Lopez Insua durch Aufbauten und einen Kran erheblich eingeschränkt.

Trotzdem hatte er keinen zusätzlichen Ausguck eingeteilt, der den Wasserweg hätte überwachen können.

Die Staatsanwaltschaft wertete dies als schwerwiegenden Verstoß gegen grundlegende maritime Sicherheitsvorschriften.

Zusätzlich stellten Ermittler bei der Auswertung seines Mobiltelefons Internetaktivitäten im zeitlichen Umfeld der Kollision fest. Ob diese unmittelbar zum Unglück beitrugen, geht aus den veröffentlichten Angaben nicht eindeutig hervor.

Richterin verhängt höhere Strafe als vereinbart

Lopez Insua bekannte sich im Juli schuldig. Im Rahmen einer Vereinbarung war eine Freiheitsstrafe von zwölf Monaten empfohlen worden.

Bundesrichterin Jacqueline Becerra hielt dieses Strafmaß jedoch nicht für ausreichend und verhängte am 13. Oktober 2026 eine Haftstrafe von 18 Monaten.

Der Kapitän darf seinen Haftantritt bis zum 10. Dezember verschieben, um einem Angehörigen bei medizinischen Terminen zu helfen. Bis dahin muss er ein elektronisches Überwachungsgerät tragen.

Sein Verteidiger erklärte, Lopez Insua bereue das Geschehen zutiefst und akzeptiere seine Strafe.

Drei junge Leben, die niemals zurückkehren

Das Urteil beendet einen wichtigen Teil der juristischen Aufarbeitung. Doch für die Eltern, Geschwister und Freunde der verstorbenen Mädchen wird nichts mehr so sein wie zuvor.

Mila, Erin und Arielle hatten noch ihr ganzes Leben vor sich. Sie wollten einen Sommertag genießen, gemeinsam segeln und Erinnerungen sammeln.

Stattdessen wurden drei Familien durch vermeidbare Sicherheitsversäumnisse auseinandergerissen.

Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt den Angehörigen der drei Mädchen. Mögen sie inmitten ihrer Trauer Kraft, Zusammenhalt und Menschen finden, die sie auf ihrem schweren Weg begleiten.

Ein solches Unglück muss zugleich Mahnung sein: Sicherheit auf dem Wasser ist keine Formalität. Sie schützt Menschenleben – und gerade Kinder müssen sich darauf verlassen können.

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RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 14.10.2026

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