Die schwedische Popsängerin Zara Larsson hat das Weiße Haus scharf dafür kritisiert, ihren Song „Midnight Sun“ für ein Video über Abschiebungen von Migranten verwendet zu haben. Larsson bezeichnete die Darstellung der betroffenen Menschen als „entmenschlichend“ und warf der US-Regierung vor, mit dem Beitrag gesellschaftliche Spaltung zu fördern.
Das Video war auf dem TikTok-Kanal des Weißen Hauses veröffentlicht worden und zeigte unter anderem Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE sowie andere Sicherheitskräfte, die Männer festnehmen, ihnen Handschellen anlegen und sie in Fahrzeuge bringen.
Überschrieben war der Beitrag mit „never ending deportations“ – einer Anspielung auf eine Textzeile aus Larssons Song „Midnight Sun“. Mittlerweile wurde das Lied nach Angaben der BBC aus dem Beitrag entfernt, während das Video selbst weiterhin abrufbar war.
Larsson reagierte mit einem eigenen, rund dreiminütigen Video in sozialen Medien. Darin betonte sie, dass es sich bei den im Regierungsbeitrag gezeigten Personen um reale Menschen handele. Viele Menschen ohne regulären Aufenthaltsstatus seien gewöhnliche Arbeitnehmer, die versuchten, sich eine bessere Zukunft aufzubauen, argumentierte die Sängerin.
Besonders störte Larsson nach eigenen Angaben die Art, wie das Thema in sozialen Medien inszeniert werde. Sie kritisierte, dass eine politisch und menschlich ernste Frage durch Memes und humoristische Anspielungen dargestellt werde. Ihr eigener Song stehe nach ihrer Interpretation dagegen für Verbundenheit zwischen Menschen und Natur.
Larssons Reaktion erreichte innerhalb kurzer Zeit ein Millionenpublikum. Auch Forbes berichtete über ihre Kritik und bestätigte, dass das Video des Weißen Hauses die Formulierung „Never ending deportations“ als Anspielung auf ihren Song verwendete.
Der Konflikt ist nicht der erste dieser Art. Bereits zuvor hatte Larsson kritisiert, dass ein Video mit Präsident Donald Trump mit ihrem Hit „Lush Life“ unterlegt worden war.
Auch andere Musikerinnen haben der Trump-Regierung widersprochen, nachdem ihre Musik in Beiträgen zu deren Einwanderungspolitik verwendet worden war. Zu ihnen gehören unter anderem Sabrina Carpenter, Ariana Grande und Olivia Rodrigo. Die jeweiligen Künstlerinnen kritisierten dabei nicht zwingend nur die Nutzung ihrer Musik, sondern vor allem den politischen Kontext, in dem ihre Werke eingesetzt wurden.
Die Auseinandersetzung fällt in eine Phase, in der die Trump-Regierung eine deutlich verschärfte Einwanderungs- und Abschiebungspolitik verfolgt. Das Weiße Haus bezeichnet Grenzsicherung und verstärkte Durchsetzung des Einwanderungsrechts als zentrale politische Prioritäten. Auf seiner eigenen Internetseite hebt die Regierung unter anderem eine Ausweitung der ICE-Kapazitäten und eine hohe Zahl von Abschiebungen hervor.
Larsson bewertet diese Politik und insbesondere deren Darstellung in sozialen Medien grundlegend anders. Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen die Art, wie Menschen in den Videos präsentiert werden.
Damit wird der Fall zugleich Teil einer größeren Debatte darüber, wie politische Institutionen populäre Musik und Internetkultur für ihre Kommunikation einsetzen – und welche Möglichkeiten Künstler haben, sich öffentlich von einer solchen Verwendung ihrer Werke zu distanzieren.


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