Österreichs Bundesliga: LASK makellos, Salzburg wieder furchteinflößend – und alle überleben den Cup

Österreichs Bundesliga: LASK makellos, Salzburg wieder furchteinflößend – und alle überleben den Cup

Veröffentlicht

Montag, 07.09.2026
von Red. TB

Die österreichische Bundesliga gönnte sich am Wochenende eine Ligapause – langweilig war es trotzdem nicht. Im ÖFB-Cup mussten sämtliche zwölf Erstligisten gegen unterklassige Gegner ran. Am Ende überlebten tatsächlich alle. Während LASK und Salzburg ihre Stärke demonstrierten, bekam der WAC einen gewaltigen Schrecken. Und in der Liga steht weiterhin ein Meister ganz oben, der bislang keinen einzigen Punkt abgegeben hat.

Zunächst das Wichtigste:

Wer am Wochenende verzweifelt nach der sechsten Runde der österreichischen Bundesliga gesucht hat, hat nichts übersehen.

Sie fand nicht statt.

Stattdessen gehörte das Wochenende dem ÖFB-Cup.

Der sechste Ligaspieltag beginnt erst am Freitag, 11. September, mit Ried gegen Salzburg.

Und damit hatte Österreichs Oberhaus Gelegenheit für einen ganz besonderen Mannschaftstest.

Zwölf Bundesligisten gingen in die zweite Cuprunde.

Zwölf kamen weiter.

Der LASK thront über allem

In der Liga bleibt der LASK zunächst das Maß aller Dinge.

Nach fünf Spielen stehen die Linzer bei:

15 Punkten.

Fünf Spiele.

Fünf Siege.

Tordifferenz plus 13.

Perfekter geht es nicht.

Dahinter folgt Red Bull Salzburg mit 13 Punkten.

Rapid hält bei zwölf.

Sturm Graz liegt mit acht Punkten bereits sieben Zähler hinter dem LASK. Danach folgen WSG Tirol mit sieben und Hartberg mit sechs Punkten.

Besonders bemerkenswert:

Der LASK ist nicht irgendein Frühstarter.

Die Linzer gehen als amtierender Meister und Cupsieger in die Saison – und sehen derzeit nicht danach aus, als hätten sie sonderlich viel Interesse daran, einen ihrer Titel freiwillig abzugeben.

Salzburg wirkt plötzlich wieder wie Salzburg

Der vielleicht gefährlichste LASK-Verfolger kommt allerdings aus Salzburg.

Nach einigen weniger dominanten Jahren beginnt Red Bull unter Trainer Danny Röhl wieder jene Wucht zu entwickeln, die man aus früheren Meisterserien kennt.

Das jüngste Ligabeispiel war brutal:

Salzburg 5, Rapid 1.

Bereits nach 21 Minuten stand es 3:0.

Haris Tabakovic traf zweimal, dazu kamen Treffer von Nikolas Veratschnig, Edmund Baidoo und Karim Konate.

Salzburg ist unter Röhl nach zehn Pflichtspielen noch ungeschlagen und hatte vor dem Cup bereits fünf Spiele nacheinander gewonnen.

Die Botschaft an den LASK ist eindeutig:

Ganz allein wird der Meister da oben wohl nicht spazieren gehen.

Salzburg rotiert – und gewinnt trotzdem locker

Das bestätigten die Salzburger am Sonntag auch im Cup.

Trainer Röhl änderte seine Startelf gegenüber dem Rapid-Spiel gleich auf sieben Positionen.

Das Ergebnis?

St. Pölten 0, Salzburg 3.

Haris Tabakovic erzielte dabei bereits sein neuntes Tor im neunten Salzburg-Einsatz.

Aboubacar Camara und Bartosz Mazurek erledigten den Rest.

Genau diese Breite dürfte Salzburg in dieser Saison besonders gefährlich machen.

Der Kader erlaubt Rotation, ohne dass die Qualität dramatisch einbricht.

LASK nimmt den Cup ebenfalls ernst

Der Tabellenführer war schon am Samstag im Einsatz.

Deutschlandsberg gegen LASK.

Endstand:

1:6.

Dabei schonte Trainer Dietmar Kühbauer vor dem Champions-League-Auftritt bei AEK Athen mehrere Stammspieler.

Es war egal.

Nael Kane traf doppelt, dazu kamen Tore von Christoph Lang, Krystof Danek, Florian Flecker und Sascha Horvath.

Ein Meister, der seine erste Elf schont und trotzdem auswärts sechs Tore erzielt, macht seinen Konkurrenten eher wenig Mut.

Sturm findet wieder seinen Spielmacher

Sturm Graz hatte gegen Voitsberg etwas mehr Mühe.

Am Ende stand dennoch ein deutliches 4:1.

Nelson Weiper brachte Sturm in Führung, später trafen Simon Seidl, Giso Mamageischwili und Otar Kiteischwili.

Besonders wichtig war dabei die Rückkehr von Kiteischwili.

Der Spielmacher kam nach seiner Wadenverletzung erstmals seit dem 21. Juli wieder zum Einsatz und traf prompt.

Für Sturm könnte das wichtiger sein als das eigentliche Ergebnis.

Rapid braucht Wurmbrand

Rapid musste bei Austria Klagenfurt dagegen etwas länger arbeiten.

Die Kärntner hielten bis weit in die zweite Halbzeit dagegen.

Dann übernahm Nikolaus Wurmbrand.

Drei Tore des 20-Jährigen führten Rapid schließlich zu einem 5:2-Erfolg.

Matthias Seidl und Nicolas Najlicz erzielten die weiteren Treffer.

Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup war dennoch nicht restlos zufrieden.

Zwei Gegentore gegen einen unterklassigen Gegner gefielen ihm verständlicherweise wenig.

Für Wurmbrand könnte der Abend trotzdem ein Wendepunkt werden.

Drei Tore in einem Pflichtspiel sind ein ziemlich gutes Bewerbungsschreiben für mehr Einsatzzeit.

Austria Wien atmet endlich einmal durch

Und dann wäre da Austria Wien.

In der Bundesliga sieht es derzeit düster aus.

Nach fünf Spielen stehen die Veilchen mit nur drei Punkten auf dem letzten Tabellenplatz.

Vier Niederlagen in den ersten fünf Ligaspielen hatte es für die Austria in der Bundesliga zuvor noch nie gegeben.

Entsprechend groß war der Druck vor dem Cupspiel gegen Traiskirchen.

Ein weiteres Debakel hätte Trainer Stephan Helm massiv unter Druck gesetzt.

Stattdessen geschah etwas, das Austria-Fans zuletzt nur selten erleben durften:

Ein entspannter Fußballabend.

Traiskirchen 0, Austria 6.

Hasan Deshishku, Johannes Handl, Johannes Eggestein, Daniel Nnodim und Julian Hettwer trafen, Eggestein sogar zweimal.

Nach vier sieglosen Pflichtspielen war es wenigstens ein erster Schritt aus dem Loch.

Ob der Cup-Erfolg auch in der Bundesliga etwas verändert, zeigt sich gegen Austria Lustenau.

WSG bestätigt den guten Lauf

Auch WSG Tirol erledigte die Pflicht.

Beim Viertligisten Leithaprodersdorf gewann die WSG 4:0.

Moritz Wels traf zweimal, Michael Olakigbe und Nikolai Baden Frederiksen legten nach.

Damit setzt sich der starke Saisonstart fort.

Nach fünf Bundesliga-Runden steht die WSG mit sieben Punkten überraschend auf Platz fünf.

Vor allem der 4:0-Ligasieg in Lustenau und das anschließende 1:0 bei Austria Wien haben Selbstvertrauen gebracht.

Altach und Ried mit Kantersiegen

Bereits am Freitag hatten Altach und Ried kurzen Prozess gemacht.

Altach schlug Bischofshofen 7:0.

Ried gewann bei Wallern/St. Marienkirchen 5:1.

Für beide Mannschaften war es genau das, was Favoriten in solchen Spielen brauchen:

Kein Drama.

Keine Verlängerung.

Keine Schlagzeile über eine Sensation.

Einfach hinfahren, gewinnen, heimfahren.

Hartberg und GAK erledigen ihre Aufgaben

Auch Hartberg hatte bei Vorwärts Steyr keinerlei Schwierigkeiten.

Ein früher Doppelschlag durch Tobias Kainz und Angelo Gattermayer stellte die Weichen, Marco Hoffmann und Magnus Dalpiaz erhöhten noch vor der Pause.

Der GAK gewann unterdessen in Kitzbühel 2:0.

Alexander Hofleitner traf bereits in der dritten Minute, Yannick Oberleitner sorgte spät für die Entscheidung.

Und dann kam der WAC …

Einer musste natürlich dafür sorgen, dass dieses Cup-Wochenende nicht komplett langweilig wurde.

Der Wolfsberger AC übernahm dankenswerterweise diese Aufgabe.

Regionalligist Parndorf brachte den Bundesligisten an den Rand des Ausscheidens.

Markus Pink traf erst in der 79. Minute zum 1:0 für den WAC.

Vorbei?

Natürlich nicht.

Parndorf glich in der Nachspielzeit aus.

Verlängerung.

Dann sah Otar Mamageischwili Gelb-Rot.

Wolfsberg ging in Unterzahl erneut in Führung.

Parndorf glich wieder aus.

Elfmeterschießen.

Erst dort setzte sich der WAC mit 5:4 durch.

Trainer Thomas Silberberger fasste seinen Abend anschließend sinngemäß ziemlich passend zusammen:

Bloß froh sein, dass es vorbei ist.

Zusätzlich droht Kapitän Nicolas Wimmer wegen einer Knieverletzung länger auszufallen.

Das war also weniger ein souveräner Cupauftritt und mehr ein kontrollierter Herzinfarkt.

Tatsächlich alle zwölf weiter

Damit ergibt sich allerdings eine bemerkenswerte Bilanz.

Alle zwölf aktuellen Bundesligisten stehen im Achtelfinale des ÖFB-Cups.

Dort kommt es Ende Oktober sogar zu mehreren direkten Erstligaduellen.

Austria Wien spielt gegen Hartberg.

Austria Lustenau gegen Sturm.

GAK gegen Altach.

Und Titelverteidiger LASK bekommt es mit Ried zu tun.

Salzburg reist nach Bregenz, Rapid zur Vienna, der WAC nach Wels und die WSG nach Innsbruck.

Spätestens dort wird es also definitiv einige Erstligisten erwischen.

In der Bundesliga lautet die große Frage: Wer stoppt den LASK?

Nach dem Cup-Wochenende richtet sich der Blick wieder auf die Meisterschaft.

Die Ausgangslage ist klar:

1. LASK – 15 Punkte
2. Salzburg – 13 Punkte
3. Rapid – 12 Punkte
4. Sturm – 8 Punkte
5. WSG Tirol – 7 Punkte

Ganz unten steht Austria Wien mit drei Zählern.

Der sechste Spieltag beginnt am Freitag mit Ried gegen Salzburg.

Am Samstag empfängt Altach den GAK, anschließend trifft der WAC auf Rapid.

Am Sonntag spielt Austria Wien gegen Austria Lustenau, die WSG empfängt Hartberg und zum Abschluss wartet mit Sturm gegen LASK ein echtes Spitzenspiel.

Und gerade dieses Spiel wird interessant.

Denn bislang hat niemand den LASK auch nur zu einem Unentschieden gezwungen.

Fünf Spiele.

Fünf Siege.

Der Meister marschiert.

Salzburg ist wieder da.

Rapid lauert.

Sturm braucht Punkte.

Und bei Austria Wien brennt bereits nach fünf Runden ordentlich das Dach.

Die österreichische Bundesliga hat gerade einmal begonnen – und langweilig sieht anders aus.

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Bildnachweis:

jarmoluk (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Montag, 07.09.2026

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