Nepal

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Veröffentlicht

Donnerstag, 27.08.2026
von Red. TB

Nach der verheerenden Sturzflut im Norden Nepals steigt die Zahl der Opfer weiter. Nach Angaben der nepalesischen Polizei wurden inzwischen 162 Tote geborgen. Hunderte Menschen gelten weiterhin als vermisst, darunter zahlreiche ausländische Touristen sowie Dutzende Angehörige von Polizei und Armee.

Besonders betroffen ist die Region entlang des Bhotekoshi-Flusses im Distrikt Rasuwa nahe der Grenze zu Tibet. Ganze Dörfer wurden von Wassermassen und Schlammlawinen getroffen, Straßen, Brücken und Häuser schwer beschädigt oder vollständig zerstört.

Mehr als 400 Menschen werden vermisst

Nach Angaben der Behörden gelten mindestens 403 Menschen als vermisst, darunter 341 ausländische Staatsangehörige. Unter ihnen befinden sich unter anderem Reisende aus Indien, den USA, Australien und Großbritannien. Auch mehr als 100 Menschen aus Nepal selbst werden noch gesucht.

Besonders dramatisch ist die Lage für Reisegruppen, die sich zum Zeitpunkt der Katastrophe auf dem Weg zu Pilgerstätten in Tibet befanden.

Ein Reiseveranstalter meldete eine Gruppe von 47 Menschen als vermisst. Dazu gehören 15 Australier, zehn Kanadier, acht US-Amerikaner, zwei Briten, zwei Singapurer, neun Nepalesen sowie ein Reisender mit amerikanisch-russischer Staatsangehörigkeit.

Viele Touristen waren auf Pilgerreise

Die betroffene Region ist besonders bei Pilgern und Trekkingtouristen beliebt.

Viele Reisende nutzen Nepal als Ausgangspunkt für Reisen zum Mount Kailash und zum Manasarovar-See in Tibet sowie zum Gosaikunda-See in Nepal. Beide Regionen gelten für Hindus, Buddhisten und Jainas als bedeutende Pilgerstätten.

Gerade zu dieser Jahreszeit reisen besonders viele Menschen in die Gegend, weil Pilger rund um den Vollmond einen Besuch als besonders glückverheißend betrachten.

Ursache war offenbar kein Erdbeben

Unmittelbar nach der Katastrophe hatten die Behörden zunächst vermutet, ein Erdbeben könnte die Flut ausgelöst haben.

Nach weiteren Analysen kam der US Geological Survey jedoch zu einem anderen Ergebnis: Die registrierten seismischen Signale wurden demnach wahrscheinlich durch einen massiven Erdrutsch verursacht.

Nepalesische Experten prüfen zudem, ob ein großer Eisblock von einem Gletscher oder Bergmassiv abgebrochen sein könnte und dabei enorme Mengen Gestein und Geröll mitgerissen hat. Auch ein plötzlich entleerter Gletschersee oder eine Blockade des Flusses werden als mögliche Ursachen untersucht.

Ein Zusammenhang mit dem Klimawandel lässt sich bislang nicht eindeutig herstellen. Zwar beschleunigt die globale Erwärmung nachweislich die Gletscherschmelze im Himalaya, Wissenschaftler betonen jedoch, dass es für eine konkrete Zuordnung dieses Ereignisses noch zu früh sei.

Internationale Hilfe läuft an

Mehrere Staaten haben Nepal Unterstützung zugesagt.

Die USA stellen zunächst 500.000 US-Dollar Soforthilfe bereit. Das Geld soll unter anderem für Notunterkünfte, Trinkwasser, sanitäre Versorgung und weitere Hilfsgüter verwendet werden.

Auch China, Indien und die Europäische Union haben Hilfe zugesagt oder bereits Hilfslieferungen auf den Weg gebracht.

Nepals Regierung schickte zudem rund acht Tonnen Material in die Katastrophengebiete, darunter Decken, Moskitonetze, Solarlampen, Solarpaneele und Schlafsäcke.

Familien warten weiter auf Nachrichten

Für viele Angehörige bleibt die Lage quälend ungewiss.

In Krankenhäusern in Kathmandu warten Familien auf Informationen über Vermisste und hoffen, dass ihre Angehörigen unter den per Hubschrauber eingeflogenen Überlebenden sind.

Ein Überlebender berichtete, wie seine Frau von den Wassermassen mitgerissen wurde, während der Schlamm bis in das obere Stockwerk seines Hauses stieg. Erst Stunden später konnte er per Hubschrauber gerettet werden.

Opferzahl könnte weiter steigen

Die Rettungsarbeiten laufen weiter, doch die zerstörte Infrastruktur und schwierige Wetterbedingungen erschweren den Zugang zu vielen betroffenen Regionen.

Die Behörden rechnen deshalb damit, dass die Zahl der Todesopfer in den kommenden Tagen noch weiter steigen könnte.

Während internationale Hilfe anläuft, bleibt für Hunderte Familien vor allem eines: die Hoffnung, dass ihre vermissten Angehörigen doch noch lebend gefunden werden.

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OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Donnerstag, 27.08.2026

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