Wirtschaft: Spritpreisbremse vor dem Aus, Dürrehilfe belastet das Budget – Signa bleibt ein Thema

Wirtschaft: Spritpreisbremse vor dem Aus, Dürrehilfe belastet das Budget – Signa bleibt ein Thema

Veröffentlicht

Dienstag, 25.08.2026
von Red. TB

Für Autofahrer ist die wichtigste Wirtschaftsmeldung die ungewisse Zukunft der Spritpreisbremse. Eine Verlängerung über Ende August hinaus erscheint derzeit fraglich. Finanzminister Markus Marterbauer hält die bestehende Steuersenkung ohne gleichzeitige Begrenzung der Margen von Mineralölkonzernen für wenig wirksam. Im August beträgt die Steuerentlastung nur noch 1,9 Cent pro Liter. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer wiederum warnt vor dauerhaften Markteingriffen und möglichen Folgen für Versorgungssicherheit und kleinere Tankstellen.

Marterbauer setzt stattdessen stärker auf die europäische Ebene. Gemeinsam mit den Finanzministern mehrerer EU-Staaten drängt Österreich auf einen Rahmen für eine EU-weite Besteuerung krisenbedingter Übergewinne von Ölkonzernen. Damit wird die Spritpreisdebatte zunehmend von einer österreichischen Entlastungsmaßnahme zu einer europäischen Steuer- und Energiefrage.

Gleichzeitig muss der Staat das bereits beschlossene 240-Millionen-Euro-Dürrehilfepaket für die Landwirtschaft finanzieren. Marterbauer versicherte am Montag, die Budgetsanierung bleibe trotzdem auf Kurs. Ein großer Teil des Pakets besteht nicht einfach aus direkten Barzahlungen: Vorgesehen sind unter anderem Entlastungen bei Sozialversicherungsbeiträgen, Versicherungen und Finanzierungskosten.

Bei René Benko und Signa wurden neue Gerichtstermine bekannt. Mitte September soll ein früheres Verfahren teilweise neu aufgerollt werden; kurz darauf beginnt ein weiteres Verfahren wegen des Vorwurfs des schweren Betrugs. Parallel versucht die insolvente Struktur weiterhin, hochwertige Immobilien wie Benkos Villa und das „Chalet N“ zu verwerten, um Geld für Gläubiger hereinzubekommen.

Für Österreich besonders relevant bleibt schließlich die internationale Energiepreislage. Öl verbilligte sich am Montag trotz neuer US-Sanktionen gegen Iran deutlich: Brent schloss bei rund 92,17 Dollar je Barrel, WTI bei rund 85,01 Dollar. Die Unsicherheit um die Straße von Hormus hält die Risikoprämie allerdings hoch. EZB-Direktor Piero Cipollone sieht derzeit dennoch keine konkreten Anzeichen dafür, dass die Hormus-Krise Europa in eine Stagflation aus gleichzeitig hoher Inflation und wirtschaftlicher Stagnation treiben wird.

Das wirtschaftliche Gesamtbild: Österreich steht zwischen Konsumentenentlastung, teuren Krisenhilfen und Budgetdisziplin. Gleichzeitig hängt die weitere Inflationsentwicklung stark davon ab, ob sich die Lage im Nahen Osten und damit auf dem Ölmarkt stabilisiert.

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am: Dienstag, 25.08.2026

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