Der Montag, 24. August 2026, beginnt mit einer angespannten internationalen Nachrichtenlage. Der Konflikt zwischen den USA und Iran droht die Weltwirtschaft stärker zu treffen, der Krieg in der Ukraine verschärft sich weiter und zwischen Washington und Kanada ist ein ungewöhnlich heftiger Handelsstreit ausgebrochen. Gleichzeitig kämpft Zentralafrika mit einer dramatischen Ebola-Epidemie, während in den USA Zehntausende Menschen vor Waldbränden fliehen müssen.
USA erhöhen den Druck auf Iran – Teheran droht mit Folgen für den Ölhandel
Die derzeit wohl wichtigste internationale Entwicklung kommt aus dem Nahen Osten. Die US-Regierung will am Montag eine neue Welle massiver Wirtschaftssanktionen gegen Iran vorstellen. Finanzminister Scott Bessent kündigte eine außergewöhnlich weitreichende finanzielle Offensive an, die nicht nur Iran selbst, sondern auch dessen Handelspartner treffen könnte.
Teheran reagiert mit scharfen Drohungen. Iranische Vertreter warnten, dass bei einer weiteren wirtschaftlichen Eskalation Ölexporte durch den Persischen Golf vollständig zum Erliegen kommen könnten. Besonders wichtig ist dabei die Straße von Hormus, durch die normalerweise ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Erdöls transportiert wird.
Die Märkte reagieren entsprechend nervös. Brent-Rohöl kostete am frühen Montag rund 93 Dollar je Barrel, nachdem die Preise in den vergangenen Wochen bereits stark gestiegen waren.
Pakistan versucht unterdessen zu vermitteln. Armeechef Asim Munir wird am Montag in Teheran erwartet. Auch die iranische Regierung betont öffentlich, dass sie weiterhin eine diplomatische Lösung anstrebe.
Für Europa ist dieser Konflikt besonders wichtig: Eine weitere Störung der Öl- und Gasversorgung könnte Energiepreise und Inflation erneut deutlich nach oben treiben.
Ukraine-Krieg: Selenskyj warnt vor 300.000 neuen russischen Soldaten
Auch im Krieg zwischen Russland und der Ukraine gibt es keine Anzeichen einer Entspannung.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, Russland bereite nach den russischen Parlamentswahlen im September möglicherweise die Mobilisierung von 300.000 zusätzlichen Soldaten vor. Für das kommende Jahr könnte die Zahl nach ukrainischer Einschätzung noch höher liegen. Gleichzeitig soll Russland seine Produktion ballistischer Raketen stark ausbauen. Diese Angaben stammen von der ukrainischen Führung und lassen sich unabhängig nur eingeschränkt überprüfen.
Auch die Angriffe auf beiden Seiten gehen weiter. Bei einem russischen Angriff nahe Charkiw wurden nach Angaben des dortigen Gouverneurs drei Menschen getötet. In der russischen Region Krasnodar kamen wiederum zwei Kinder ums Leben, nachdem Trümmer einer Drohne eine private Kinderbetreuung getroffen hatten. Weitere Menschen wurden verletzt.
Selenskyj lehnt gleichzeitig Forderungen nach einer ukrainischen Präsidentschaftswahl während des Krieges ab. Eine Wahl unter Kriegsbedingungen könne das Land spalten, argumentiert er.
Europa verstärkt unterdessen seine langfristige Unterstützung. Norwegen kündigte für 2027 erneut Hilfen in Höhe von umgerechnet rund 9,2 Milliarden Dollar für die Ukraine an.
Israel und Syrien reden – während in Gaza weiter gestorben wird
Ausgerechnet zwischen Israel und Syrien gibt es gleichzeitig vorsichtige diplomatische Bewegung. Vertreter beider Länder führten unter Vermittlung der USA Gespräche über eine Verringerung der Spannungen.
Syrien fordert unter anderem ein Ende israelischer Angriffe sowie einen Rückzug israelischer Kräfte aus bestimmten Gebieten. Auch die zunehmenden Spannungen zwischen Israel und der Türkei spielen bei den Gesprächen eine Rolle.
Von einer umfassenden Entspannung im Nahen Osten kann dennoch keine Rede sein. Im Gazastreifen wurden bei israelischen Luftangriffen am Sonntag nach Angaben medizinischer Helfer mindestens zwei Menschen getötet, darunter ein vierjähriger Junge. Israel erklärte, militärische Ziele angegriffen zu haben.
Der Nahe Osten bleibt damit einer der gefährlichsten politischen Brennpunkte der Welt: Der Gaza-Konflikt, Spannungen um Syrien und der Krieg zwischen Iran und den USA greifen zunehmend ineinander.
USA und Kanada liefern sich einen ungewöhnlich harten Handelskrieg
Zwischen zwei der engsten Wirtschaftspartner der Welt ist der Ton inzwischen ebenfalls ausgesprochen rau.
Nach dem Scheitern von Verhandlungen haben die Vereinigten Staaten Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar verhängt. Kanada kündigte entsprechende Gegenmaßnahmen an und setzte weitere Handelsgespräche vorerst aus.
Der Streit betrifft unter anderem Stahl, Aluminium, Autos, Holzprodukte und zahlreiche Konsumgüter.
Ökonomisch ist vor allem problematisch, dass die Lieferketten der USA und Kanadas extrem eng miteinander verbunden sind. Bauteile können auf ihrem Weg zu einem fertigen Auto mehrmals die Grenze passieren. Neue Zölle verteuern deshalb nicht zwangsläufig nur kanadische Produkte – sie können auch die Produktionskosten amerikanischer Unternehmen erhöhen.
Der kanadische Dollar geriet angesichts des Konflikts bereits unter Druck.
China kommt aus seiner Immobilienkrise nicht heraus
Auch die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bereitet Sorgen.
Der frühere Evergrande-Gründer Hui Ka Yan wurde in China zu lebenslanger Haft verurteilt. Er war einst einer der reichsten Männer Asiens und wurde zum Symbol des gigantischen chinesischen Immobilienbooms – und später seines Zusammenbruchs.
Das eigentliche Problem reicht jedoch weit über Evergrande hinaus. Chinas Immobilienkrise befindet sich inzwischen im sechsten Jahr. Millionen Wohnungen sind teilweise unfertig, Grundstücksverkäufe brechen ein und die Preise vieler Immobilien sind stark gesunken.
Das belastet die Konsumfreude chinesischer Haushalte erheblich, da ein großer Teil ihres Vermögens in Immobilien steckt.
Chinas Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal nur noch um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die schwächste Rate seit mehr als drei Jahren. Peking versucht deshalb verstärkt, Wachstum über Hightech-Industrien wie Halbleiter, Robotik und Elektromobilität sowie über Exporte zu erzeugen.
Das wiederum sorgt in Europa und den USA für neue Handelskonflikte, weil chinesische Unternehmen immer mehr Waren auf die internationalen Märkte bringen.
Ebola-Krise im Kongo wird immer dramatischer
Eine der schwersten, aber international weniger beachteten Nachrichten kommt aus der Demokratischen Republik Kongo.
Dort breitet sich Ebola weiterhin schnell aus. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind inzwischen mehr als 2.500 Menschen gestorben. Mehr als 5.000 Infektionen wurden gemeldet. Es handelt sich um den größten Ebola-Ausbruch in der Geschichte des Landes.
Besonders schwierig ist, dass der aktuelle Ausbruch durch die Bundibugyo-Variante des Virus verursacht wird. Für diese Virusvariante gibt es bislang keine regulär zugelassene spezifische Impfung oder Behandlung.
Zusätzlich erschweren bewaffnete Konflikte, Vertreibungen und Angriffe auf medizinisches Personal die Eindämmung. Allein unter Beschäftigten im Gesundheitswesen wurden bereits zahlreiche Infektionen und Todesfälle registriert.
Papst Leo rief am Sonntag die internationale Gemeinschaft zu verstärkter Unterstützung für den Kongo auf.
Die WHO hält es weiterhin für möglich, die Epidemie unter Kontrolle zu bringen – allerdings nur, wenn schnell genügend Personal, Material und finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden.
Nevada: Zehntausende fliehen vor Waldbrand
In den USA bedroht unterdessen ein großer Waldbrand die Region um Reno im Bundesstaat Nevada.
Rund 42.000 Menschen waren bis Sonntag bereits evakuiert worden oder befanden sich in unmittelbar betroffenen Evakuierungsgebieten. Weitere etwa 45.000 Einwohner sollten sich darauf vorbereiten, ihre Häuser kurzfristig verlassen zu müssen.
Das sogenannte Hawk Fire hatte bis Sonntag rund 5.260 Hektar Land verbrannt. Mehrere Menschen wurden verletzt.
Der Gouverneur Nevadas rief für Washoe County den Notstand aus und aktivierte Teile der Nationalgarde. Starker Wind, hohe Temperaturen und extrem trockene Luft erschweren die Löscharbeiten.
Guinea: Mindestens 30 Tote nach Erdrutsch auf Müllhalde
Eine weitere Katastrophe ereignete sich in Guinea. Bei einem Erdrutsch auf einer Müllhalde kamen nach Regierungsangaben mindestens 30 Menschen ums Leben.
Solche Unglücke treffen besonders die ärmsten Bewohner schnell wachsender afrikanischer Städte. Menschen leben und arbeiten teilweise unmittelbar an riesigen Deponien, während starke Regenfälle und instabile Abfallberge jederzeit Erdrutsche auslösen können.
Taiwan kämpft mit extremen Regenfällen
Auch in Teilen Taiwans bestimmt extremes Wetter den Beginn der Woche. Wegen heftiger Regenfälle wurden im Süden der Insel am Montag Schulen und Behörden geschlossen.
Die Behörden warnen vor Überschwemmungen und Erdrutschen.
Frankreich: Präsidentschaftswahlkampf beginnt ungewöhnlich früh
In Europa richtet sich außerdem zunehmend der Blick auf Frankreich. Der Mitte-links-Politiker Raphaël Glucksmann erklärte am Sonntag seine Kandidatur für die französische Präsidentschaft.
Damit beginnt die Positionierung für die nächste Wahl schon früh. Vor allem die französische Linke ist stark zersplittert, während gleichzeitig rechte und rechtspopulistische Kräfte um die Nachfolge Emmanuel Macrons kämpfen.
Was heute besonders wichtig wird
Die wichtigste Entwicklung des Montags dürfte zunächst Washingtons angekündigtes Sanktionspaket gegen Iran sein. Entscheidend wird sein, welche Staaten und Unternehmen davon betroffen sind und wie Teheran darauf reagiert. Eine weitere Eskalation rund um die Straße von Hormus könnte binnen Stunden Auswirkungen auf Ölpreise, Börsen und letztlich auch europäische Verbraucher haben.
Daneben bleibt der Ukraine-Krieg hochgefährlich, der Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada könnte sich weiter ausweiten und die Ebola-Epidemie im Kongo entwickelt sich zunehmend zu einer internationalen Gesundheitskrise.
Die Weltlage an diesem Montagmorgen lässt sich deshalb ziemlich nüchtern zusammenfassen: Mehrere Krisen, die bisher weitgehend getrennt voneinander liefen, beginnen gleichzeitig wirtschaftliche und politische Folgen weit über ihre jeweiligen Regionen hinaus zu entfalten.


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