Mini-Mozarts nicht gestohlen – sie sind bei der Hitze einfach davongelaufen

Mini-Mozarts nicht gestohlen – sie sind bei der Hitze einfach davongelaufen

Veröffentlicht

Mittwoch, 29.07.2026
von Red. TB

Große Aufregung im Salzburger Mirabellgarten: Von insgesamt 230 aufgestellten Mini-Mozarts sind nach nur zwei Wochen bereits 86 verschwunden.

Die Stiftung Mozarteum spricht von entwendeten Figuren. Doch ganz ehrlich: Gestohlen? Bei dieser Hitze?

Nein, die sind weggelaufen.

Man stelle sich das einmal vor: 50 Zentimeter große Kunststoff-Mozarts, goldfarben, ohne Sonnenschirm, ohne Wasserflasche und vermutlich auch ohne ausreichenden UV-Schutz – mitten im Juli im Mirabellgarten. Irgendwann sagt selbst der geduldigste Mozart: „Leck mich am Allegro, ich geh ins Kühle.“

Dass bereits ein Drittel der Figuren verschwunden ist, überrascht daher kaum. Die ersten sollen angeblich Richtung Salzach marschiert sein. Andere wurden möglicherweise am Eisstand gesichtet. Wieder andere dürften versucht haben, sich im Schatten des Museumspavillons als Beethoven auszugeben.

Mensch, da muss man doch mitdenken

Bei aller Liebe zur Kunst: Wer im Hochsommer 230 kleine Mozarts in einen Garten stellt, muss doch damit rechnen, dass die irgendwann die Flucht ergreifen.

Mozart war schließlich schon zu Lebzeiten viel unterwegs. Wien, Prag, München, Paris – warum sollte seine Kunststoffausgabe plötzlich brav bis Ende August im Mirabellgarten stehen bleiben?

Da hätte man als Macher der Ausstellung wirklich vorsorgen müssen:

Ein kleiner Sonnenschirm pro Figur, ein Wassernapf, vielleicht eine klimatisierte Perücke. Oder wenigstens ein Schild: „Bitte nicht weglaufen, Verkauf erst nach Ausstellungsende.“

Stattdessen stellt man die armen Kerle in die Sonne und wundert sich, dass sie verschwinden.

Stiftung bittet Mozarts, freiwillig zurückzukehren

Die Stiftung Mozarteum appelliert nun an Besucherinnen und Besucher, die Figuren nicht mitzunehmen. Das greift aber zu kurz.

Der Appell sollte vielmehr direkt an die Mini-Mozarts gerichtet werden:

„Liebe Mozarts, bitte kehrt zurück. Im Mirabellgarten warten noch 144 Kollegen auf euch. Abends wird das Gelände sogar abgesperrt. Für ausreichend Schatten können wir derzeit allerdings nicht garantieren.“

Vielleicht hilft auch Musik. Man könnte die „Kleine Nachtmusik“ spielen und hoffen, dass sie bei Einbruch der Dunkelheit heimkommen.

Verdächtige Bewegung Richtung Mozarteum

Fast 100 weitere Figuren befinden sich im Garten des Mozarteums, im Zauberflötenhäuschen und im Tanzmeistersaal. Dort scheinen sie bislang geblieben zu sein.

Warum?

Ganz einfach: Innenräume. Schatten. Kultur. Vernünftige Arbeitsbedingungen.

Die Mozarts im Mirabellgarten hingegen stehen draußen herum und sollen sich von Touristen fotografieren lassen. Kein Wunder, dass einige gekündigt haben.

Verkauf nach der Ausstellung

Nach Ende der Ausstellung sollen die Figuren käuflich zu erwerben sein. Offenbar wollten manche Mozarts aber nicht bis dahin warten und haben sich selbst auf den freien Markt begeben.

Von Diebstahl zu sprechen, ist deshalb voreilig. Solange nicht bewiesen ist, dass jemand eine Figur unter dem Arm hinausgetragen hat, gilt die wahrscheinlichere Erklärung:

Die Mini-Mozarts sind bei der Hitze davongelaufen.

Und ganz ehrlich: Wer kann es ihnen verdenken?

Vielleicht tauchen sie Ende August wieder auf – braun gebrannt, mit Sonnenbrille, einem Eis in der Hand und den ersten Takten einer neuen Komposition:

„Die Flucht aus dem Mirabellgarten in C-Dur.“

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GDJ (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 29.07.2026

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