Es ist offiziell: Nicht nur wir Menschen kommen bei über 30 Grad ins Schwitzen – auch unsere Medikamente scheinen langsam die Nerven zu verlieren.
Während der eine auf dem Balkon schmilzt und der andere im Büro nur noch aus Mineralwasser besteht, verabschieden sich manche Arzneimittel offenbar ebenfalls in den Sommermodus. Die einen wirken plötzlich stärker, die anderen schwächer, einige machen einfach ihr ganz eigenes Ding.
Der Körper sagt: „Ich bin dann mal Sauna“
Sobald das Thermometer jenseits der 30-Grad-Marke klettert, schaltet der Körper auf Notbetrieb.
Die Blutgefäße werden weit geöffnet, der Blutdruck macht Urlaub, zwei Liter Wasser verschwinden täglich durch Schweiß – und die Elektrolyte gleich mit.
Wer jetzt Blutdrucksenker oder Entwässerungstabletten einnimmt, erlebt unter Umständen das medizinische Pendant zum freien Fall. Kreislauf? Optional.
Schmerzmittel: „Heute arbeiten wir im Sparprogramm“
Auch Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol melden sich im Hochsommer mit geänderten Öffnungszeiten. Da der Körper ohnehin schon unter Flüssigkeitsmangel leidet, müssen die Nieren plötzlich Schwerstarbeit leisten.
Man könnte sagen: Während draußen der Grill glüht, rödeln drinnen die Organe im Hitzeschutzprogramm.
Antidepressiva denken sich: Schwitzen wird überbewertet
Einige Psychopharmaka bremsen die Schweißproduktion und reduzieren gleichzeitig das Durstgefühl.
Das klingt zunächst angenehm – bis der Körper feststellt, dass ihm langsam das Wasser ausgeht und die Temperaturanzeige Richtung „Überhitzung“ wandert.
Die Klimaanlage des Körpers fällt dann praktisch aus.
Auch Hormone machen Sommerferien
Selbst die Pille scheint bei extremer Hitze gelegentlich zu denken: „Heute arbeite ich nur halbtags.“
Insulin wiederum entwickelt plötzlich sportlichen Ehrgeiz und senkt den Blutzucker teilweise schneller als geplant.
Kurz gesagt: Der Sommer sorgt dafür, dass selbst perfekt eingestellte Medikamente manchmal improvisieren.
Schmerzpflaster geben Vollgas
Besonders motiviert zeigen sich opiathaltige Schmerzpflaster.
Je heißer es wird, desto mehr Wirkstoff geben sie ab. Das mag zunächst angenehm erscheinen – bis man feststellt, dass dadurch nicht nur der Schmerz verschwindet, sondern manchmal auch das Gefühl dafür, wie heiß es eigentlich geworden ist.
Medikamente mögen keine Dachgeschosswohnung
Auch Tabletten selbst bevorzugen angenehme Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad.
Liegt die Hausapotheke allerdings seit Tagen auf der sonnigen Fensterbank oder im aufgeheizten Auto, kann sich die Arznei schneller verabschieden als der letzte Eiswürfel im Cocktail.
Besonders tragisch trifft es Zäpfchen: Was eigentlich erst im Körper schmelzen soll, erledigt das bei 36 Grad Außentemperatur gelegentlich schon vorher.
Fazit
Während wir über Sonnencreme, Ventilatoren und Planschbecken diskutieren, kämpfen Medikamente ihren ganz eigenen Hitzekampf.
Deshalb gilt im Sommer: Nicht jede Tablette reagiert gelassen auf 35 Grad. Viel trinken (sofern medizinisch erlaubt), Medikamente richtig lagern und bei Unsicherheiten Arzt oder Apotheke fragen.
Denn eines steht fest: Wenn sogar Aspirin ins Schwitzen kommt, ist wirklich Hochsommer.


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