Tragisches Unglück auf den Malediven

Tragisches Unglück auf den Malediven

Veröffentlicht

Sonntag, 17.05.2026
von Red. TB

Tragisches Unglück auf den Malediven: Nach einem riskanten Höhlentauchgang gelten fünf italienische Taucher seit Donnerstag als tot. Eine Leiche konnte bislang geborgen werden. Die Suche nach den weiteren Vermissten gestaltet sich wegen der extrem schwierigen Bedingungen als hochgefährlich. Inzwischen kam auch ein Rettungstaucher ums Leben.

Das italienische Außenministerium bestätigte den Tod der fünf italienischen Staatsbürger. Die Gruppe war am Donnerstag von einem Schiff aus zu einem Tauchgang am Vaavu-Atoll aufgebrochen und nicht zurückgekehrt. Nach bisherigen Erkenntnissen wollten die Taucher ein Höhlensystem in rund 50 Metern Tiefe erkunden.

Unter den Opfern befinden sich laut Behörden vier Mitglieder eines Forschungsteams der Universität Genua, darunter die bekannte Ökologie-Professorin Monica Montefalcone und ihre Tochter Giorgia, die als Studentin ebenfalls an Bord war. Zudem kamen eine weitere Wissenschaftlerin, ein Wissenschaftler sowie ein italienischer Tauchlehrer ums Leben.

Die Bedingungen galten bereits vor dem Unglück als extrem riskant. Tauchgänge in großen Tiefen zählen selbst für erfahrene Taucher zu den gefährlichsten Disziplinen des technischen Tauchens. In engen Höhlensystemen ist ein schneller Notaufstieg praktisch unmöglich.

Nach Angaben des Militärs der Malediven wurde eine Leiche in etwa 60 Metern Tiefe entdeckt. Die übrigen Vermissten werden ebenfalls in dem komplexen Höhlensystem vermutet, das laut Medienberichten aus mehreren Kammern und engen Verbindungsgängen besteht.

Die Rettungsmission entwickelte sich selbst zu einer lebensgefährlichen Operation. Spezialtaucher suchten mit Ausrüstung für Tiefsee- und Höhlentauchgänge nach den Vermissten. Am Samstag kam dabei ein Taucher der maledivischen Armee ums Leben. Er war nach einem Unfall in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht worden, starb dort jedoch wenig später.

Die Behörden setzten die Suche zunächst aus. Nun sollen Spezialisten aus Finnland, die auf Tiefsee- und Höhlentauchgänge spezialisiert sind, die Rettungsarbeiten unterstützen. Anschließend soll über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Die italienische Regierung arbeitet nach eigenen Angaben eng mit den Behörden der Malediven zusammen. Angehörigen der Opfer wurde psychologische Betreuung angeboten. Rund 20 weitere italienische Staatsbürger, die sich ebenfalls auf dem Schiff befanden, blieben unverletzt.

Das Tauchschiff „MV Duke of York“ wurde inzwischen vorläufig stillgelegt. Die Behörden der Malediven suspendierten die Betriebslizenz bis zum Abschluss der Ermittlungen.

Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten laut Polizei schlechte Wetterbedingungen. Für den betroffenen Meeresbereich rund 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Male galt eine Wetterwarnung der Stufe „Gelb“ für Schiffe und Fischerboote.

Warum sich die Gruppe trotz der schwierigen Bedingungen und offenbar deutlich unterhalb der offiziell erlaubten Maximaltiefe von 30 Metern zu dem Tauchgang entschloss, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

Experten schließen verschiedene Ursachen für das Unglück nicht aus. Diskutiert werden unter anderem starke Meeresströmungen sowie mögliche Probleme mit dem Atemgasgemisch. Der italienische Tauchlehrer Maurizio Uras verwies darauf, dass bei technischen Tiefentauchgängen eine falsche Sauerstoffmischung lebensgefährlich werden könne.

Die genauen Hintergründe des Unglücks sind weiterhin unklar.

Bildnachweis:

RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 17.05.2026

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