Die US-Amerikanerin Kouri Richins aus Utah ist wegen des Mordes an ihrem Ehemann Eric Richins zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung verurteilt worden. Die 36-Jährige hatte nach dem Tod ihres Mannes ein Kinderbuch über Trauer veröffentlicht und damit international Aufmerksamkeit erregt.
Das Urteil wurde am Mittwoch von Richter Richard Mrazik verkündet – ausgerechnet an dem Tag, an dem Eric Richins seinen 44. Geburtstag gefeiert hätte.
Jury spricht Kouri Richins in mehreren Punkten schuldig
Eine Jury hatte Richins bereits nach einem wochenlangen Prozess wegen schweren Mordes schuldig gesprochen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft vergiftete sie ihren Ehemann im März 2022 mit einer tödlichen Dosis Fentanyl.
Zusätzlich wurde sie verurteilt wegen:
- versuchten Mordes an ihrem Mann am Valentinstag 2022
- Versicherungsbetrugs
- Urkundenfälschung im Zusammenhang mit Lebensversicherungen
Richter Mrazik erklärte bei der Urteilsverkündung:
„Eine Person, die zu solchen Taten fähig ist, ist schlicht zu gefährlich, um jemals wieder frei zu sein.“
Emotionale Aussagen der Kinder belasten die Angeklagte
Besonders bewegend waren die Aussagen der drei gemeinsamen Kinder. Während der stundenlangen Anhörung wurden Briefe der Jungen von Therapeuten vorgelesen.
Alle drei erklärten, sie hätten Angst vor ihrer Mutter, falls sie jemals freikommen sollte.
Der mittlere Sohn schrieb:
„Du hast mir und meinen Brüdern alles genommen. Ich möchte nicht, dass du aus dem Gefängnis kommst, weil ich mich dann nicht sicher fühlen würde.“
Kouri Richins beteuert weiterhin ihre Unschuld
Vor dem Strafmaß richtete sich Richins selbst mit einer langen Erklärung an ihre Kinder und bestritt erneut jede Schuld.
„Dass ihr glaubt, euer Vater sei ermordet worden und ich hätte ihn euch genommen, ist absolut falsch“, sagte sie unter Tränen vor Gericht.
Auch Angehörige der Angeklagten bezeichneten die Verurteilung als falsch. Ihr Bruder erklärte:
„Wir wissen nicht mit hundertprozentiger Sicherheit, was mit Eric passiert ist. Aber wir wissen mit hundertprozentiger Sicherheit, dass du es nicht warst.“
Familie des Opfers fordert maximale Strafe
Die Angehörigen von Eric Richins forderten dagegen eindringlich eine lebenslange Haftstrafe ohne Bewährung.
Seine Schwester Katie Richins-Benson warnte davor, der Verurteilten jemals wieder Freiheit zu gewähren.
„Bitte schaffen Sie niemals die Möglichkeit, dass Kouri wieder eine Gefahr für diese Familie oder andere Menschen werden kann“, sagte sie emotional vor Gericht.
So starb Eric Richins
Eric Richins wurde am 4. März 2022 tot im Schlafzimmer des gemeinsamen Hauses in Kamas im US-Bundesstaat Utah gefunden.
Laut Obduktion starb der 39-Jährige an einer massiven Fentanyl-Überdosis. In seinem Blut befand sich etwa die fünffache tödliche Menge der Droge.
Kouri Richins erklärte damals gegenüber der Polizei, sie habe mit ihrem Mann zuvor auf einen erfolgreichen Immobilienabschluss angestoßen und anschließend bei einem der Kinder geschlafen. Stunden später habe sie ihren Mann tot im Bett gefunden.
Affäre, Schulden und Millionenversicherung als mögliches Motiv
Im Prozess präsentierte die Staatsanwaltschaft zahlreiche Indizien gegen die Angeklagte.
Mehr als 40 Zeugen sagten aus – darunter Familienmitglieder, Ermittler, Drogendealer und der damalige Liebhaber von Kouri Richins.
Laut Anklage fühlte sich Richins in ihrer Ehe „gefangen“, führte über Jahre eine Affäre und steckte gleichzeitig in erheblichen finanziellen Problemen.
Ihr Geliebter Robert Josh Grossmann sagte emotional vor Gericht aus. Dabei wurden intime Nachrichten gezeigt, die Richins ihm kurz vor dem Tod ihres Mannes geschickt hatte.
In einer Nachricht schrieb sie:
„Wenn er einfach verschwinden würde und du hier wärst, wäre das Leben perfekt.“
Zusätzlich war Eric Richins über mehrere Policen mit insgesamt rund 2,2 Millionen Dollar versichert.
Belastende Handy-Suchen spielen zentrale Rolle
Die Ermittler fanden außerdem mehrere belastende Suchanfragen auf dem Handy der Angeklagten.
Darunter:
- „Was ist eine tödliche Dosis Fentanyl?“
- „Wie wird Vergiftung auf einem Totenschein angegeben?“
- „Nettovermögen Kouri Richins“
- Suchanfragen zu Frauengefängnissen in Utah
Die Staatsanwaltschaft wertete dies als Hinweis auf ein schlechtes Gewissen und gezielte Planung.
Kinderbuch nach dem Tod des Mannes veröffentlicht
Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Fall, weil Kouri Richins etwa ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes das Kinderbuch „Are You With Me?“ veröffentlichte.
Das Buch sollte nach ihren Angaben den gemeinsamen Kindern helfen, den Verlust ihres Vaters zu verarbeiten.
In einer Fernsehsendung sagte sie damals:
„Auch wenn er körperlich nicht mehr hier ist, bedeutet das nicht, dass seine Präsenz verschwunden ist.“
Wenige Wochen später wurde sie festgenommen.

