Wer Anfang Mai schon die Sommerklamotten herausgelegt hat, sollte sie vorerst wieder in den Schrank legen. Meteorologen erwarten für große Teile der USA einen ungewöhnlich kühlen Start in den Monat – zumindest im Osten und Mittleren Westen. Doch die Abkühlung ist offenbar nur von kurzer Dauer.
Nach einem wechselhaften Frühling mit starken Temperaturschwankungen zeichnet sich nun ein klarer Trend ab: Der Mai beginnt vielerorts deutlich unter dem Durchschnitt. Besonders im Mittleren Westen könnten die Temperaturen zeitweise sogar in den Bereich von Frost und Gefrierpunkt fallen. Nächte mit Bodenfrost sind laut Prognosen nicht ausgeschlossen.
Auch im Osten des Landes bleibt es zunächst kühl. Statt frühsommerlicher Wärme dominieren Wolken, frische Luft und Temperaturen, die eher an Ende März oder Anfang April erinnern. In Metropolen wie New York oder Chicago liegen die Werte teils deutlich unter dem langjährigen Mittel. Tagsüber werden oft nur 50 bis 60 Grad Fahrenheit erreicht – also rund 10 bis 15 Grad weniger als üblich.
Die Ursache liegt in einer stabilen Wetterlage: Ein abgesenkter Jetstream hält kühle Luft über weiten Teilen der USA fest, während eine blockierende Hochdruckzone verhindert, dass wärmere Luftmassen nachrücken.
Doch dieses Muster dürfte sich im Laufe des Monats auflösen. Ab etwa der dritten Maiwoche rechnen Experten mit einer deutlichen Erwärmung – zunächst im Westen, dann schrittweise auch im Osten. Spätestens dann übernimmt der Sommer das Kommando.
Ganz anders stellt sich die Lage bereits jetzt im Westen dar. Vor allem im Nordwesten starten die Temperaturen frühzeitig durch. In Regionen wie Washington oder Idaho werden schon Anfang Mai Werte erreicht, die eher an Juni erinnern. Teilweise liegen die Temperaturen dort 10 bis 15 Grad über dem Durchschnitt. Bis Monatsende sind sogar erste Hitzetage mit über 30 Grad Celsius möglich.
Diese frühe Wärme birgt allerdings Risiken. In Teilen der Rocky Mountains fehlt es an Schneereserven, was zu schneller Austrocknung führt – ein gefährlicher Mix mit Blick auf die kommende Waldbrandsaison.
Langfristig deuten die Prognosen auf einen Sommer der Extreme hin. Während einige Regionen mit Hitze und Dürre kämpfen dürften, drohen andernorts heftige Gewitter und Überschwemmungen. Die Wetterlage könnte sich regional stark unterscheiden – mit teils gegensätzlichen Bedingungen zur gleichen Zeit.
Der kühle Mai ist also wohl nur eine kurze Verschnaufpause. Danach könnte es umso intensiver werden.

