Nach einer Serie von Angriffen hat die britische Regierung die Terrorwarnstufe auf die zweithöchste Stufe angehoben. Hintergrund sind mehrere Brandanschläge auf jüdische Einrichtungen sowie ein Messerangriff, der von den Behörden als terroristisch eingestuft wird. Die Regierung spricht von einer „antisemitischen Notlage“.
In London kam es in den vergangenen Wochen wiederholt zu Vorfällen mit antisemitischem Hintergrund. Beim jüngsten Angriff wurden zwei jüdische Männer verletzt. Die Polizei nahm einen 45-jährigen Verdächtigen fest, einen in Somalia geborenen britischen Staatsbürger.
Premierminister Keir Starmer verurteilte die Tat scharf und sprach von einem „absolut entsetzlichen“ Angriff. Auch König Charles III. äußerte sich und bezeichnete die Tat als „abscheulich“. Londons Bürgermeister Sadiq Khan betonte, dass Antisemitismus keinen Platz in der Gesellschaft haben dürfe.
Zu mehreren Angriffen bekannte sich eine proiranische Gruppe mit dem Namen „Islamische Bewegung des Volkes der Rechten Hand“ (HAYI). Die Organisation veröffentlichte in den vergangenen Wochen Bekennervideos und rief zu weiteren Anschlägen auf jüdische Einrichtungen auf.
Der unabhängige Terrorismus-Experte Jonathan Hall KC sprach von einem „größten nationalen Sicherheitsnotstand“ seit Jahren. Auch Israel forderte die britische Regierung auf, den Schutz jüdischer Gemeinden deutlich zu verstärken.
Die erhöhte Warnstufe bedeutet, dass ein weiterer Anschlag als wahrscheinlich gilt. Sicherheitsbehörden verstärken daher ihre Maßnahmen im ganzen Land, insbesondere rund um gefährdete Einrichtungen.

