Ausgerechnet ein Strandfund bringt einen der bekanntesten Ex-FBI-Chefs der USA erneut vor Gericht. James Comey ist angeklagt – wegen eines Instagram-Posts mit Muscheln. Ja, richtig gelesen.
Das Foto zeigte nichts weiter als die Zahlen „86 47“, gelegt aus Muscheln im Sand. Für Comey offenbar harmlose Strandkunst. Für Donald Trump hingegen ein handfester Mordaufruf. Die Begründung: „86“ könne im Slang „beseitigen“ bedeuten, „47“ stehe für den 47. Präsidenten – also ihn selbst. Fall klar? Eher nicht.
Comey gibt sich entsprechend unbeeindruckt. Er sei „unschuldig“ und habe keine Ahnung gehabt, dass diese Zahlen irgendetwas mit Gewalt zu tun haben könnten. Nachdem die Aufregung losging, löschte er den Beitrag – nicht aus Schuldbewusstsein, sondern weil er Missverständnisse vermeiden wollte.
Die Anklage sieht das naturgemäß anders. FBI-Direktor Kash Patel erklärte, Comey habe sehr wohl gewusst, welche Wirkung ein solcher Post entfalten könne. Schließlich sei er kein unbedarfter Social-Media-Nutzer, sondern ein ehemaliger Behördenchef.
Juristisch wirkt die Sache allerdings… sagen wir: dünn. Mehrere Rechtsexperten sprechen von einem fragilen Konstrukt. Der Vorwurf: Es fehle der klare Nachweis, dass Comey tatsächlich die Absicht hatte, dem Präsidenten zu drohen. Ohne diese Absicht wird es schwierig – denn Meinungsfreiheit ist in den USA ein ziemlich robustes Gut.
Trotzdem drohen Comey im schlimmsten Fall bis zu zehn Jahre Haft. Es ist bereits der zweite Versuch der Justiz, ihn strafrechtlich zu belangen. Der erste scheiterte an formalen Fehlern.
Was bleibt, ist ein Fall, der irgendwo zwischen politischem Machtkampf und juristischer Spitzfindigkeit pendelt. Oder, anders gesagt: In den USA können manchmal selbst Muscheln ziemlich hohe Wellen schlagen.

