Masern-Ausbruch in den USA beendet – steigende Impfzahlen geben Hoffnung

Masern-Ausbruch in den USA beendet – steigende Impfzahlen geben Hoffnung

Veröffentlicht

Mittwoch, 29.04.2026
von Red. TB

Der schwerste Masern-Ausbruch in den USA seit Jahrzehnten ist offiziell beendet. Im Bundesstaat South Carolina wurden innerhalb von rund sechs Monaten fast 1.000 Fälle registriert, darunter mindestens 21 Krankenhausaufenthalte. Seit über 42 Tagen – zwei Inkubationsperioden – wurde kein neuer Fall mehr gemeldet.

Impfungen als entscheidender Faktor
Gesundheitsbehörden führen die Eindämmung vor allem auf steigende Impfquoten zurück. Über 90 % der Erkrankten waren ungeimpft, meist Kinder. Während des Ausbruchs wurden zehntausende MMR-Impfdosen verabreicht, in besonders betroffenen Regionen nahezu doppelt so viele wie im Vorjahr. Landesweit stieg die Zahl der Impfungen um 31 %.

Der MMR-Impfstoff gilt als sehr wirksam: Eine Dosis schützt zu etwa 93 %, zwei Dosen zu rund 97 %.

Trendwende bei Impfbereitschaft?
Erste Daten deuten darauf hin, dass die Impfquote bei Kleinkindern wieder steigt. 2025 hatten etwa 97 % der Dreijährigen mindestens eine MMR-Impfung – ein deutlicher Anstieg gegenüber 93 % im Vorjahr und erstmals seit über zehn Jahren über der wichtigen 95 %-Marke, die für Herdenschutz entscheidend ist.

Experten sehen darin eine mögliche Reaktion auf die jüngsten Ausbrüche. Viele Eltern könnten durch die konkrete Gefahr im eigenen Umfeld eher zur Impfung bereit sein.

„Erinnerung an die Gefahr“
Mediziner sprechen von einem kollektiven Umdenken: Da Masern lange Zeit kaum vorkamen, sei das Bewusstsein für die Krankheit gesunken. Die aktuellen Ausbrüche hätten diese Wahrnehmung verändert. Häufig spiele dabei auch Angst eine Rolle – mehr als reine Fakten.

Entwarnung verfrüht
Trotz positiver Signale warnen Fachleute vor zu frühem Optimismus. Bereits jetzt wurden 2026 landesweit über 1.700 Masernfälle gemeldet, mit weiteren Ausbrüchen in mehreren Bundesstaaten. Auch in South Carolina trat kürzlich ein neuer Einzelfall auf, der jedoch nicht mit dem großen Ausbruch zusammenhing.

Weiterhin hoher Handlungsbedarf
Gesundheitsbehörden betonen, dass die Arbeit längst nicht abgeschlossen ist. Entscheidend sei, die Impfaufklärung fortzusetzen und eine neue Nachlässigkeit zu verhindern. Ob sich der Anstieg der Impfquoten dauerhaft stabilisiert, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Bildnachweis:

Tumisu (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 29.04.2026

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