Das US-Verteidigungsministerium hat eine langjährige Impfpflicht für Soldaten überraschend aufgehoben. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, die verpflichtende Grippeschutzimpfung werde gestrichen und bezeichnete die bisherige Regelung als „überzogen“ und „nicht rational“.
In einer Videobotschaft sprach Hegseth davon, mit dieser Entscheidung „Freiheit und Stärke“ für die Streitkräfte wiederherstellen zu wollen. Künftig solle jeder Soldat selbst entscheiden können, ob er sich impfen lässt. Eine generelle Verpflichtung werde es nicht mehr geben.
Die Maßnahme markiert einen deutlichen Kurswechsel. Über Jahrzehnte hinweg gehörten Impfungen – auch gegen die Grippe – zum festen Bestandteil militärischer Gesundheitsvorsorge. Bereits seit den 1940er-Jahren wurden entsprechende Programme in den US-Streitkräften umgesetzt.
Gesundheitsexperten sehen die Entscheidung kritisch. Sie warnen, dass ein Verzicht auf verpflichtende Impfungen zu mehr Krankheitsfällen führen könnte – mit direkten Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Truppe. Gerade im militärischen Alltag, in dem viele Menschen auf engem Raum zusammenleben und arbeiten, könne sich das Virus besonders schnell ausbreiten.
Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt weiterhin eine jährliche Grippeschutzimpfung für nahezu alle Altersgruppen. Studien zeigen, dass Impfungen das Risiko schwerer Krankheitsverläufe sowie Krankenhausaufenthalte deutlich reduzieren können.
Die Entscheidung des Pentagons reiht sich in eine Serie von Änderungen der Impfpolitik unter der aktuellen US-Regierung ein. Bereits zuvor waren Empfehlungen für bestimmte Standardimpfungen gelockert worden – teils mit juristischen Auseinandersetzungen.
Details zur konkreten Umsetzung der neuen Regelung, etwa ab wann sie gilt, wurden bislang nicht bekannt gegeben. Klar ist jedoch: Die Debatte über den richtigen Umgang mit Impfungen – auch im Militär – dürfte damit weiter an Intensität gewinnen.

