In Rumänien hat sich die Regierungskoalition auf gewohnt elegante Weise verabschiedet – also mit einem politischen Tritt in den Rücken. Die bunt zusammengewürfelte Allianz aus Sozialdemokraten (PSD), Liberalen (PNL), Reformern und Ungarnverband ist Geschichte.
Auslöser: Premier Ilie Bolojan hat sich erdreistet, Reformen anzustoßen und… jetzt kommt’s… sparen zu wollen.
Reformen? Nicht mit uns!
Die PSD erklärte empört, diese Maßnahmen hätten „das Volk verarmt“. Eine mutige Analyse – vor allem, wenn man bedenkt, dass Sparen traditionell selten als Wellnessprogramm verkauft wird.
Bolojan selbst sieht die Sache naturgemäß etwas anders. Seiner Version nach liegt das Problem weniger im Sparen, sondern eher darin, dass er begonnen habe, „Privilegien und Seilschaften abzubauen“. Mit anderen Worten: Er hat an den falschen Stellen aufgeräumt.
Und wie man weiß: Wer am System schraubt, wird schnell selbst zum Problem.
Interne Demokratie vom Feinsten
Besonders charmant: Die Entscheidung zum Sturz kam nach einer parteiinternen Befragung – mit „überwältigender Mehrheit“. Übersetzt heißt das oft: Die Stimmung war ungefähr so ausgeglichen wie ein Elfmeterschießen ohne Torwart.
Präsident sucht… irgendwas, das funktioniert
Jetzt darf sich Präsident Nicușor Dan mit den Trümmern beschäftigen. Er spricht diplomatisch von „politischen Turbulenzen“ – ein Begriff, der ungefähr so untertrieben ist wie „leichter Regen“ bei einem Monsun.
Sein Plan: neue Gespräche, neue Verhandlungen, neue Koalitionsvarianten. Also im Grunde das gleiche Spiel – nur mit anderen Ausreden.
Das Problem: Die Parteien, die man für eine Mehrheit braucht, können sich ungefähr so gut einigen wie zwei Autofahrer an einer einspurigen Baustelle ohne Ampel.
Fazit mit einem Augenzwinkern
Am Ende bleibt eine klassische Lektion aus der Politik:
Reformen sind gut – solange sie niemanden betreffen.
Sobald es jedoch um echte Veränderungen geht, zeigt sich, was wirklich zählt:
Stabilität.
Also die Stabilität der eigenen Vorteile.

