Acht tote Kinder in Louisiana: Eine Stadt ringt nach einer unfassbaren Familientat um Worte

Acht tote Kinder in Louisiana: Eine Stadt ringt nach einer unfassbaren Familientat um Worte

Veröffentlicht

Montag, 20.04.2026
von Red. TB

Im US-Bundesstaat Louisiana ist es zu einer Gewalttat gekommen, die selbst erfahrene Ermittler sprachlos zurücklässt. In Shreveport erschoss ein Mann am frühen Sonntagmorgen acht Kinder – sieben von ihnen waren nach Angaben der Behörden seine eigenen. Zwei Frauen wurden schwer verletzt. Die Polizei spricht von einer häuslichen Gewalttat, die sich über mehrere Tatorte erstreckte.

Die Kinder waren zwischen drei und elf Jahre alt. Nach Angaben des Gerichtsmediziners in Caddo Parish kamen drei Jungen und fünf Mädchen ums Leben. Unter den Opfern befanden sich sieben Geschwister sowie ein Cousin oder eine Cousine. Die Namen der getöteten Kinder wurden inzwischen veröffentlicht: Jayla Elkins (3), Shayla Elkins (5), Kayla Pugh (6), Khedarrion Snow (6), Layla Pugh (7), Braylon Snow (5), Markaydon Pugh (10) und Sariahh Snow (11).

Die Tat ereignete sich nach bisherigen Erkenntnissen in einem Wohngebiet im Süden der Stadt. Die Polizei wurde kurz nach sechs Uhr morgens alarmiert. Einsatzkräfte fanden Opfer in mehreren Häusern in der Gegend um die West 79th Street und die Harrison Street. Der Tatort sei „ausgedehnt“ und „erschütternd“, sagte Polizeisprecher Christopher Bordelon.

Nach Angaben der Ermittler begann die Gewalt an einem ersten Haus, wo eine Frau angeschossen und lebensgefährlich verletzt wurde. Es soll sich dabei um die Mutter der Kinder handeln. Anschließend fuhr der Täter zu einem weiteren Haus, wo er die acht Kinder und eine weitere Frau anschoss. Auch diese Frau überlebte zunächst, schwebt jedoch laut Polizei in Lebensgefahr.

Mindestens ein Jugendlicher konnte sich offenbar retten. Ein 13-Jähriger verletzte sich bei der Flucht schwer, als er vom Dach sprang. Er erlitt mehrere Knochenbrüche, soll aber außer Lebensgefahr sein. Nach Aussagen lokaler Politiker versuchten einige Kinder offenbar, durch eine Hintertür zu entkommen.

Der mutmaßliche Schütze wurde von der Polizei als der 31-jährige Shamar Elkins identifiziert. Nach der Tat soll er an einer Straßenkreuzung ein Fahrzeug unter Waffengewalt geraubt haben. Es kam zu einer Verfolgungsjagd bis in den benachbarten Bezirk Bossier City, wo Polizisten ihn schließlich erschossen. Die Umstände des Polizeieinsatzes werden nun von der Staatspolizei untersucht.

Elkins war nach Angaben der US-Armee von 2013 bis 2020 Mitglied der Louisiana Army National Guard. Er diente als Spezialist für Kommunikations- und Feuerleitsysteme, wurde jedoch nie in einen Auslandseinsatz geschickt. Laut Gerichtsunterlagen war er bereits 2019 wegen unerlaubten Waffengebrauchs verurteilt worden. Damals hatte er in der Nähe einer Schule auf ein Fahrzeug geschossen und erhielt Bewährung. Eine lange Vorstrafenliste hatte er nach bisherigen Informationen nicht.

Die Behörden haben bislang keine Angaben zu einem möglichen Motiv gemacht. Nach ersten Erkenntnissen handele es sich um eine rein innerfamiliäre Tat. Weitere Verdächtige gebe es nicht.

In Shreveport, einer Stadt mit rund 180.000 Einwohnern im Nordwesten Louisianas, sitzt der Schock tief. Bürgermeister Tom Arceneaux sprach von einem „möglicherweise schlimmsten tragischen Ereignis in der Geschichte der Stadt“. Polizeichef Wayne Smith sagte, er finde kaum Worte: „Mein Herz ist erschüttert. Ich kann mir nicht ansatzweise vorstellen, wie so etwas geschehen kann.“

Auch lokale Politiker reagierten bestürzt. Der Stadtrat Grayson Boucher nannte die Tat „reines Böses“ und verwies darauf, dass bereits zuvor mehr als 30 Prozent aller Tötungsdelikte in Shreveport im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt gestanden hätten. Mit diesem Fall habe sich die Zahl der Tötungsdelikte in der Stadt auf einen Schlag massiv erhöht.

Nachbarn berichteten von Szenen, die sie nicht vergessen werden. Ein Anwohner sagte, er habe den mutmaßlichen Täter noch am Vortag auf der Veranda gesehen. Die Kinder hätten im Garten gespielt. Wenige Stunden später standen bewaffnete Polizisten vor dem Haus. Andere Anwohner schilderten, wie sie auf einem Dach den abgedeckten Körper eines Kindes sahen.

In der Gemeinde herrscht tiefe Trauer. Politiker, Kirchenvertreter und lokale Initiativen riefen zu Gebeten und psychologischer Unterstützung für die Angehörigen, die Einsatzkräfte und die Nachbarschaft auf. „Wie kommen wir durch so etwas hindurch?“, fragte eine Stadträtin unter Tränen bei einer Pressekonferenz.

Die Tat gilt als das tödlichste Massenschießen in den USA seit Januar 2024. Nach Datenbanken US-amerikanischer Medien und Forschungseinrichtungen war es zugleich eines der schwersten Verbrechen gegen Kinder in jüngerer Zeit.

Was in Shreveport zurückbleibt, ist eine Stadt, die um acht Kinder trauert – und ein Verbrechen, das weit über den Tatort hinaus Spuren hinterlassen wird. Nicht nur in den betroffenen Familien, sondern im Sicherheitsgefühl einer ganzen Gemeinde.

Bildnachweis:

RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Montag, 20.04.2026

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