Blutbad an türkischer Schule: Neun Tote bei zweitem Angriff binnen 48 Stunden

Blutbad an türkischer Schule: Neun Tote bei zweitem Angriff binnen 48 Stunden

Veröffentlicht

Donnerstag, 16.04.2026
von Red. TB

Acht Schüler, eine Lehrerin, 13 Verletzte – und ein 14-jähriger Täter mit einem Arsenal an Waffen. Nach zwei Schussattacken in zwei Tagen steht die Türkei unter Schock.

Die Türkei erlebt binnen 48 Stunden den zweiten schweren Angriff auf eine Schule – und ein Land, das solche Bilder bislang vor allem aus den USA kannte, steht unter Schock. In der südlichen Provinz Kahramanmaraş hat ein 14-Jähriger an einer Mittelschule das Feuer eröffnet. Nach Angaben von Innenminister Mustafa Çifci wurden mindestens neun Menschen getötet: acht Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrkraft. 13 weitere Menschen wurden verletzt, sechs von ihnen schweben in Lebensgefahr. Der mutmaßliche Täter starb ebenfalls.

Die Tat ereignete sich an der Ayşer-Çalık-Mittelschule. Türkische Medien berichten, der Jugendliche – mutmaßlich selbst Schüler – sei in zwei Klassenräume eingedrungen und habe fünf Schusswaffen sowie sieben Magazine bei sich gehabt. Der Gouverneur der Provinz erklärte, die Waffen hätten offenbar seinem Vater gehört, einem ehemaligen Polizeibeamten. Der Vater wurde festgenommen.

Videos zeigen die Szenen der Panik: Kinder springen aus Fenstern im ersten Stock, andere fliehen über den Schulhof. Vor dem Gebäude sammeln sich verzweifelte Eltern, viele weinen, manche brechen zusammen. „Mein Kind hat alles gesehen“, sagte ein Vater der Nachrichtenagentur AFP. „Wie soll ich meine Kinder jemals wieder in diese Schule schicken?“

Besonders verstörend: Es ist bereits der zweite Angriff dieser Art in zwei Tagen. Erst am Dienstag hatte ein ehemaliger Schüler an einem Gymnasium im Süden der Türkei das Feuer eröffnet. 16 Menschen wurden verletzt, bevor sich der Täter selbst tötete.

Zwei Schussattacken auf Schulen binnen zwei Tagen – für die Türkei markiert das eine Zäsur. Noch ist unklar, was den 14-Jährigen zu der Tat trieb. Doch schon jetzt steht eine drängende Frage im Raum: Wie konnte ein Jugendlicher mit einem solchen Waffenarsenal ungehindert in eine Schule gelangen?

Präsident Recep Tayyip Erdoğan reagierte zunächst mit einem knappen Genesungswunsch. Doch die Bilder aus Kahramanmaraş werden bleiben: fliehende Kinder, weinende Eltern, eine Schule als Tatort. Und ein Land, das in nur zwei Tagen ein neues Trauma erlebt hat.

Bildnachweis:

geker (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Donnerstag, 16.04.2026

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