Die USA haben also nach eigener Darstellung die iranischen Häfen „vollständig blockiert“ – und Donald Trump verkauft das Ganze erwartungsgemäß schon wieder wie die Eröffnung eines neuen Golfresorts in Florida: groß, historisch, genial, alternativlos. Laut US-Zentralkommando sei Irans wirtschaftlicher Seehandel binnen 36 Stunden praktisch zum Stillstand gekommen. Klingt beeindruckend. Fast so beeindruckend wie Trumps Fähigkeit, jeden geopolitischen Flächenbrand als persönlichen Verhandlungserfolg zu inszenieren.
Ganz dicht ist das maritime Nadelöhr allerdings offenbar nicht. Durch die Straße von Hormus tuckern weiterhin Schiffe. Aber gut, bei Trump gilt ja bekanntlich oft: Wenn noch etwas fährt, dann nur, weil er es so will.
Teheran reagierte wenig begeistert und drohte, bei Fortsetzung der Blockade nicht nur den Persischen Golf und den Golf von Oman, sondern gleich auch noch das Rote Meer ins Chaos zu stürzen. Frei nach dem Motto: Wenn wir schon wirtschaftlich gewürgt werden, dann bitte wenigstens mit internationalem Seegang. Besonders charmant: Der Iran grenzt gar nicht ans Rote Meer, hat dort aber über seine Verbündeten genug Einfluss, um die Welt daran zu erinnern, dass man auch ohne Strandgrundstück Ärger machen kann.
Und während sich Militärs, Reeder und Ölpreise kollektiv nervös die Hände reiben, gibt Trump schon wieder den Friedensengel mit Megafon. Eine formelle Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran gibt es zwar nicht, aber Gespräche könnten „schon diese Woche“ in Pakistan weitergehen. Also klassischer Trump-Stil: erst blockieren, dann drohen, dann verhandeln, dann behaupten, man habe alles von Anfang an brillant geplant.
Besonders köstlich wurde es bei China. Trump erklärte, Peking sei „sehr glücklich“, dass er die Straße von Hormus „dauerhaft öffne“, und Xi werde ihn bei seinem nächsten Besuch vermutlich mit einem „großen, fetten Hug“ empfangen. Wenn Weltpolitik klingt wie ein schlecht improvisierter Immobilien-Deal auf Koffein, dann weiß man: Donald ist wieder in Hochform.
Unterm Strich bleibt: Der Nahe Osten brennt, die Märkte zittern, der Iran droht, die USA blockieren – und Trump erklärt sich mal wieder selbst zum einzigen Erwachsenen im Raum.
Satire braucht 2026 wirklich keine Autoren mehr.
