Die westlichen Verbündeten der USA erleben gerade das, was man in der Politik einen klassischen Trump-Moment nennt: Es ist nicht ihr Krieg – aber sie dürfen trotzdem die Rechnung bezahlen.
Donald Trump hat gemeinsam mit Israel den Iran-Konflikt weiter eskaliert, viele Verbündete wollten da bewusst nicht mitziehen – und stehen nun trotzdem mitten im wirtschaftlichen und politischen Trümmerfeld. Genau das ist das perfide Prinzip dieser Präsidentschaft: Trump entscheidet, andere dürfen erklären, warum an der Tankstelle plötzlich alles teurer wird.
Ob Großbritannien, Italien, Japan oder Kanada – überall wächst der Druck auf Regierungen, die mit diesem Krieg nichts zu tun haben wollten, aber nun unter steigenden Energiepreisen, schwächerem Wachstum, teureren Lieferketten und nervösen Wählern leiden. Der Internationale Währungsfonds hat bereits gewarnt: Das globale Wachstum droht deutlich schwächer auszufallen. Übersetzt heißt das: Trump spielt Weltmacht, und der Rest der Welt darf die Inflation verwalten.
Besonders bitter: Viele dieser Staats- und Regierungschefs haben lange versucht, Trump irgendwie bei Laune zu halten. Schmeicheln, umarmen, diplomatisch lächeln, peinliche Fotos ertragen – alles dabei. Und was bekommen sie zurück? Beschimpfungen, Drohungen und öffentliche Demütigungen. Giorgia Meloni galt lange als europäische Lieblingspartnerin Trumps – bis sie es wagte, seine Attacken auf den Papst „inakzeptabel“ zu nennen. Seitdem behandelt Trump auch sie wie einen ungehorsamen Untertanen. Willkommen im Club.
In London ist die Lage kaum besser. Premier Keir Starmer darf seinen Wählern jetzt erklären, warum die Energiepreise steigen, obwohl Großbritannien diesen Krieg weder wollte noch kontrollieren kann. In Japan dasselbe Spiel: Ein Land, das stark von Energieimporten aus dem Nahen Osten abhängt, wird von Trumps Eskalationspolitik wirtschaftlich in Mithaftung genommen, ohne überhaupt gefragt worden zu sein.
Das Grundproblem ist längst größer als dieser eine Krieg. Trump betrachtet Bündnisse nicht als Partnerschaften, sondern als Werkzeuge. NATO? Für ihn kein Verteidigungsbündnis, sondern eine Art geopolitischer Lieferservice, der bitteschön aufspringen soll, wenn Washington Lust auf den nächsten Konflikt hat. Wer nicht mitmacht, bekommt die volle Breitseite – politisch, rhetorisch und wirtschaftlich.
Nur: Viele Verbündete können gar nicht mitmachen. Nicht nur, weil ihre Bevölkerungen diesen Krieg ablehnen, sondern weil sie militärisch nach Jahren des Sparens oft gar nicht mehr in der Lage sind, Trumps Forderungen ohne die USA ernsthaft umzusetzen. Genau das ist die bittere Ironie: Trump verachtet Europas Schwäche – die auch deshalb so gefährlich ist, weil Europa sich viel zu lange auf Amerika verlassen hat.
Und trotzdem können Europas Regierungen sich keinen völligen Bruch mit Washington leisten. Denn so unerquicklich Trump auch ist – sicherheitspolitisch hängen viele Länder weiter am amerikanischen Tropf. Das macht sie abhängig. Und Trump weiß das. Deshalb kann er sie vorführen, unter Druck setzen und gleichzeitig erwarten, dass sie am Ende doch irgendwie liefern.
Am Ende bleibt ein bemerkenswertes Bild: Trumps Verbündete distanzieren sich zunehmend von ihm, nicht aus plötzlicher moralischer Erleuchtung, sondern aus purem politischen Überlebensinstinkt. Denn wer sich heute zu eng an Trump bindet, riskiert morgen die eigene Regierung.
Oder, um es im Klartext zu sagen: Trump führt Krieg, seine Partner führen Krisensitzungen – und am Ende sollen alle so tun, als wäre das noch ein Bündnis und keine geopolitische Geiselnahme.
Wenn du möchtest, schreibe ich dir direkt noch eine noch bissigere DieBewertung-Version mit einer knallharten Überschrift, zum Beispiel:
„Trump zündet den Nahen Osten an – und Europas Regierungen dürfen den Feuerlöscher bezahlen“

